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Wenn die Entschuldigung im Halse stecken bleibt

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18.09.2026

18. September 2026 – 7. Tischri 5787

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Wenn die Entschuldigung im Halse stecken bleibt

Eine talmudische Geschichte über Schuld, Groll und das Loslassen der Vergangenheit

Man erzählt, dass der berühmte Rabbi Chaim aus Brisk, als er eines Tages von einer langen Reise zurückkehrte, im Zug von Schlägern überfallen wurde. Als sie seine abgetragenen Kleider und sein elendes Aussehen sahen, überschütteten sie ihn mit Spott.

Am Bahnhof von Brisk erwartete den Rabbi ein Empfangskomitee, wie es einem Gelehrten seines Ranges gebührte. Die Banditen, beschämt und erschrocken, stiegen aus dem Zug und reihten sich hinter dem Gefolge des Rabbiners ein, um ihm ihre erbärmlichen Entschuldigungen anzubieten.Tag für Tag kamen sie an seine Tür und flehten ihn um Vergebung an. Nichts half – der Rabbi wollte ihnen nicht verzeihen.

»Wer nicht vergibt, ist der Sünder«

»Wie kann das sein, lieber Meister? Es steht doch schwarz auf weiß im Mischne Tora des Rambam!«, riefen seine ungläubigen Schüler aus. »Wer nicht vergibt, ist der Sünder« (Rambam, Hilchot Teschuwa 2,9). Der Brisker Rabbi antwortete ihnen: »Sie sollen die armen, wehrlosen Juden um Vergebung bitten, die sie beleidigt haben!«

Der Rabbi wies seine Schüler darauf hin, dass der Spott dieser angesehenen Männer einer sozialen Schicht, einer ganzen Kategorie von Menschen gegolten hatte. Für solche Schurken sei es viel leichter, sich vor einem großen Gelehrten kleinzumachen, als diejenigen um Vergebung zu bitten, die sie verachten.

Bei der Geschichte geht es nicht darum, dass der Brisker Rabbi nachtragend wäre. Vielmehr tritt er beiseite und errichtet eine Grenze zwischen der Beleidigung und dem Beleidigten. Sie erreicht ihn nicht, denn in Wahrheit ging es nie um ihn.

Eine ähnliche, unmögliche Vergebung erscheint auch in einer rätselhaften Anekdote, die im Talmud überliefert wird: Wenn Rabbi Seira gegen jemanden einen Groll hegte, der ihm Unrecht getan hatte, ging er vor dieser Person auf und ab, damit derjenige, der ihn gekränkt hatte, die Gelegenheit bekam, zu ihm zu kommen und um Vergebung zu bitten.

Danach wechselt das Setting, und der Talmud erzählt von einem Menschen namens »Rav«, der einen Streit mit einem gewissen Metzger hatte. Er war das Jahr über nicht zu........

© Juedische Allgemeine