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Tödliche Ignoranz

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30. Juli 2026 – 16. Aw 5786

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Der Attentäter vom Christopher Street Day war Islamist. Doch manchen fällt es schwer, die Hintergründe der Mordtat konkret zu benennen. Sie kennen nur Reflexe

Jeder kennt Filme wie Der Pate, in dem Mafiosi morden, betrügen und erpressen. Auch in der ganz realen Welt haben Cosa Nostra oder Camorra eine Blutspur hinterlassen. Doch keiner käme auf die Idee, nicht über die Mafia, ihre Strukturen oder brandgefährlichen Killer zu schreiben, weil man befürchtet, damit einer »Italophobie« Vorschub zu leisten. Niemand würde nach einem Auftragsmord davor warnen, rechte Politiker, die es mit Zuwanderern aus Sizilien und Neapel nicht gut meinen, könnten ihn instrumentalisieren.

Umso irritierender ist es, wenn man unmittelbar nach der Todesfahrt von Abdul Ballout auf dem CSD in Berlin einen Blick in die Kommentarspalten mancher Zeitungen wirft oder sich Beiträge von Journalisten in den sozialen Medien dazu anschaut. Dann scheint manche Autoren nur noch eines zu bewegen: Die Tat könnte für rechte Stimmungsmache missbraucht werden, woraufhin reflexartig die Warnung erfolgt, sich nicht von Politikern, denen zu queeren Themen bisher allenfalls der Begriff »Genderterror« eingefallen ist, vereinnahmen zu lassen.

Die Tat und die erwartbaren Reaktionen

Pars pro toto Daniel Bax, Autor der »taz«, der auf Facebook schreibt: »Furchtbare Nachrichten aus Berlin, die weltweit nachhallen. Und furchtbar erwartbar die Reaktionen all jener, die diese homophobe Tat für ihre Zwecke zu nutzen versuchen.« Die Tat und die erwartbaren Reaktionen sind für Bax beide gleichermaßen »furchtbar«.

Folgt man seiner Diktion, würde also jeder, der den ideologischen Hintergrund von Abdul Ballout thematisiert, der sich bekanntermaßen dem Islamischen Staat anschließen wollte, ähnlich handeln wie der Täter selbst. Auf so eine bizarre Logik muss man erst einmal kommen. Und was genau war das........

© Juedische Allgemeine