Plattitüden in Romanform
08. Oktober 2026 – 27. Tischri 5787
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Plattitüden in Romanform
Auch das zweite auf Deutsch erschienene Buch der palästinensischen Autorin weist einen holzschnittartigen Charakter auf
Vor drei Jahren hat die palästinensische Schriftstellerin Adania Shibli mit ihrem Roman Eine Nebensache einiges Aufsehen erregt. Eigentlich weniger mit dem Roman selbst. Vielmehr kam es zu Protesten, als dem Buch, unmittelbar nach dem 7. Oktober 2023, auf der Frankfurter Buchmesse der Litprom-Preis verliehen werden sollte.
Einige Kritiker verorteten Shibli im erweiterten Umfeld der BDS-Bewegung. Auch dem Roman selbst attestierten sie eine mehr als einseitige Darstellung. Das Buch sei unleugbar gut und präzise erzählt, doch schmälere die agitatorische Ausrichtung den künstlerischen Wert. Dem widersprachen andere vehement. Offensichtlich beeinflussten die jeweiligen politischen Positionen auch die ästhetischen Werturteile.
Berichtet wird der Lebensweg zweier palästinensischer Jugendlicher in Israel
Nun ist ein weiterer Roman von Shibli in Deutsch erschienen. Und so viel vorab: Auch hier herrscht der Holzschnittcharakter vor. Berichtet wird der Lebensweg zweier palästinensischer Jugendlicher in Israel. Ihre Geschichte berührt sich nur an zwei Punkten, geprägt ist sie jedoch von parallelen Repressionserfahrungen, die ein Leben nicht möglich machen.
Die beiden besitzen keine Namen, sondern sind nur nach ihren jeweiligen Funktionen benannt, zunächst die Schülerin, der Schüler, später die Studierende oder die Reinigungskraft, als sie in einem Nebenjob für eine Israelin putzt.
Holzschnittartige Tendenzliteratur
Unser Autor erklärt, warum der........
