Noah, Ben oder Lea?
26. August 2026 – 13. Elul 5786
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Warum sich biblische Namen im deutschsprachigen Raum großer Popularität erfreuen
Die Geburt eines Kindes ist grundsätzlich mit vielen Fragen verbunden. Wird es ein Mädchen oder ein Junge? Wo soll das Kind geboren werden, wann beginnt man mit der Einrichtung des Kinderzimmers? Aber dann ist da noch die Frage aller Fragen: Welchen Namen soll der Nachwuchs überhaupt bekommen? Soll es ein klassischer, trendiger, biblischer oder exotischer Name sein? Oder doch lieber ein zeitloser Name?
Es gibt werdende Eltern, die schnell etwas Passendes für ihr Neugeborenes finden. Und es gibt solche, die sich mit der Namensfindung wahnsinnig schwertun. Und manchmal entscheiden sich Vater und Mutter auch erst nach der Geburt für den endgültigen Namen.
Im Judentum wird der Name eines Jungen in der Regel bei der Brit Mila verkündet. Eltern von Töchtern handhaben es teilweise so, dass sie bei einer Simchat Bat, also beim Willkommensfest für eine Tochter, das dazu dient, den Segen der Gemeinschaft zu erbitten, dem neugeborenen Mädchen seinen hebräischen Namen verleihen. »Viele Eltern wählen bewusst Namen aus der Tora oder aus anderen biblischen Schriften – etwa Sara, Mosche oder David«, weiß Rabbiner Noam Hertig zu berichten. »Diese Namen tragen nicht nur Tradition, sondern auch die Werte der biblischen Vorbilder in sich.«
Zwischen jüdischer Tradition und gesellschaftlichem Umfeld
So bewegen sich insbesondere in der Diaspora Familien oft zwischen jüdischer Tradition und gesellschaftlichem Umfeld. »Der Name soll jüdisch erkennbar, aber vielleicht auch im nichtjüdischen Kontext gut aussprechbar sein«, ergänzt der Züricher Rabbiner. Sogenannte klassische oder zeitlose Namen wie Daniel, Michael, Lea oder Anna erfüllten diese Kriterien gut. Unterschiede seien dennoch leicht erkennbar.
Während traditionell eingestellte Familien häufiger eindeutig biblische oder klassische hebräische Namen wählen und Wert auf die religiöse Zeremonie der Namensgebung legen, entscheiden sich säkulare Familien öfter für Namen, die sowohl im jüdischen als auch im internationalen oder allgemeinen gesellschaftlichen Kontext gut funktionieren. »Ein häufiges Modell in der Diaspora ist zudem die Wahl eines nichtjüdischen Namens als Rufname, während ein jüdischer Name als zweiter oder dritter Vorname für religiöse Anlässe und Dokumente wie die Ketuba festgelegt wird«, so Hertig.
Manchmal kämen auch familiäre Erwartungen hinzu – wenn sich zum Beispiel Großeltern die Weitergabe eines bestimmten Namens wünschen. So stellt Hertig fest: »Die Tradition, Kinder nach Verstorbenen zu benennen, ist besonders im aschkenasischen Judentum........
