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Nach der Musik das Essen

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07.10.2026

07. Oktober 2026 – 26. Tischri 5787

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Nach der Musik das Essen

Der Norden war von Terror und Krieg besonders geschunden. Aber auch Absagen aus dem Ausland beendeten Shachar Bers Karriere als Drummer. Mit einer eigenen Aufstrich-Marke wagt er den Neuanfang

Der Mann hinter dem Marktstand verteilt kleine Löffel und Stücke knusprigen Brots. »Draufschmieren und reinbeißen«, preist er sie mit fröhlichem Lachen an. Shachar Ber kommt aus Shavei Zion, einer kleinen nördlichen Gemeinde, knapp 30 Kilometer von der libanesischen Grenze entfernt. An diesem Tag bietet er auf dem dortigen Markt seine eigenen Soßen und Aufstriche an: »Bistov« heißt die Marke – der gute Happen.

Dabei bestimmte jahrelang das Musikmachen Bers Leben. Nach dem Musikstudium trat der 41-Jährige mit seiner Band regelmäßig in Israel und im Ausland auf. Doch dann, vor etwa eineinhalb Jahren, kamen die E-Mails: »Vor dem Krieg haben wir an vielen Orten gespielt, Wien, Berlin … Es lief gut. Bis es plötzlich hieß: ›Ihr werdet ausgeladen, weil ihr Israelis seid.‹« Die Veranstalter, erinnert sich Ber, versicherten zwar, dass sie persönlich kein Problem mit ihnen hätten, »aber das Publikum könnte Anstoß nehmen, dass eine israelische Band auftritt, und damit dem Festival schaden«.

Eine Mischung aus Wut und Bestürzung

»Wir waren geschockt, es war richtig bitter.« Noch immer hört man das Unverständnis in Bers Stimme. »Es war eine Mischung aus Wut und Bestürzung, es hatte ja sofort Auswirkungen auf unser reales Leben.« Dabei kann er sogar etwas Verständnis für die Reaktion der Veranstalter aufbringen: »Rein wirtschaftlich ist es nachvollziehbar, auch wenn wir natürlich nicht damit einverstanden sind.«

Denn es ging um die Existenzgrundlage der Musiker. »Viele haben Familien und Kinder. Sie brauchen das Geld.« Doch nicht nur Auftritte im Ausland fielen weg, wegen des Krieges wurde auch in Israel alles abgesagt. Einige seiner Bandkollegen zogen nach Europa. »Sie gingen nach Berlin und Paris, denn von dort aus werden sie kaum oder gar nicht kritisch........

© Juedische Allgemeine