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Leserbriefe

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11.10.2026

11. Oktober 2026 – 30. Tischri 5787

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Kommentare und Meinungen zu aktuellen Texten der Jüdischen Allgemeinen

 10.10.2026 22:43 Uhr

Meinung IPhilipp Peyman Engel:»Deutsches Zentrum für Antisemitismus-Leugnung.Wolfgang Benz und Stefanie Schüler-Springorum irritieren erneut mitverharmlosenden Äußerungen zumJudenhass. Vielleicht wäre es an der Zeit, das Berliner Forschungszentrumumzubenennen?«Jüdische Allgemeine vom 1. Oktober

Man hätte meinen können, dass mit dem Leitungswechsel an der Spitze des ZfA endlich eine Erweiterung des Forschungsradius zu linkem und islamischem Antisemitismus stattfindet. Wie inzwischen jeder weiß, war das nicht der Fall und wäre es auch nicht gewesen, wenn nicht die für diese Aufgabe überhaupt nicht qualifizierte Schüler-Springorum, sondern Peter Longerich, der sich ebenfalls darum beworben hatte, Leiter des ZfA geworden wäre. Den wissenschaftlichen Nachweis eines aus der Mitte der deutschen Gesellschaft kommenden, sich an den rechten, linken und muslimischen Rändern lediglich radikalisierenden Antisemitismus hat dann schließlich Monika Schwarz-Friesel mit ihren fundierten Forschungsarbeiten erbracht, die zwar an der TU Berlin, aber nicht am ZfA forscht und lehrt. Und Arbeiten zum Antisemitismus in den postkolonialen Studien verdankt man Ingo Elbe, der ebenfalls nicht am ZfA beschäftigt ist, sondern es im Gegenteil seit ein paar Jahren zu Recht harsch kritisiert. Fragt man nach den Gründen für solch institutionelles Versagen im ZfA, so beginnt es nicht mit der inzwischen glücklicherweise abgewählten Universitätspräsidentin Geraldine Rauch. Es war und ist eine Mischung verschiedener Faktoren: Angefangen bei der Besetzungs- und Personalpolitik, die hier keine Bestenauslese ist, sondern nach wissenschaftsfernen Kriterien und den Interessen der in der Auswahlkommission sitzenden Personen sowie dem »similar to me«-Prinzip verläuft. Es sind Agendawissenschaftler, die am ZfA das Sagen haben, das heißt Personen, die nicht nach wissenschaftlichen Kriterien arbeiten, sondern ihre eigenen politischen Ziele verfolgen und auch ihr Personal entsprechend auswählen. Das ZfA arbeitet aktivistisch wie eine NGO, nicht wie eine wissenschaftliche Einrichtung. Das konnte man bei Schüler-Springorum noch viel deutlicher erkennen als bei Benz, bei dem diese Tendenz ebenfalls schon bemerkbar war. Daraus folgt zweitens, dass die Mitarbeiter dort nicht wirklich wissen, was Judenfeindschaft ist, wie sie funktioniert und welche Folgen sie hat. Andernfalls könnten ihre beiden letzten Leiter nicht so verantwortungslos daherplappern. Drittens spielt es eine Rolle, dass Judenfeindschaft 1800 Jahre lang religiös und daran anschließend und sich das ganze ins Moderne anverwandelnd über 200 Jahre politisch-ideologisch prägend gewesen ist. Ich unterstelle den Mitarbeitern des ZfA nicht, selbst noch vom Gift der Judenfeindschaft infiziert zu sein, aber ich behaupte, dass nicht wenige von ihnen kein Gefühl und keinen ausreichenden Verstand für den Gegenstand besitzen, den zu erforschen ihre Aufgabe wäre.Sylke Kirschnick (per E-Mail)

Ihr Artikel zum Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung war notwendig und könnte im Deutschland der überfälligen Reformen zur Reform dieses Zentrums beitragen. Vielleicht sollte es zum »Forschungszentrum für jüdische Kultur in Europa« mit jungen jüdischen Wis­senschaftlern aus Frankreich, Deutschland und Polen sowie Israel werden. Das wäre eine wünschenswerte Stärkung des »Weimarer Dreiecks« aus jüdischer Sicht. Wir hatten einst Herrn Professor Benz nach Erfurt eingeladen. Unsere Mitglieder waren traurig bis empört, sodass es bei uns einen zweiten Auftritt nicht gab. Ich würde es so bewerten: Herr Benz ist überzeugt, dass die »verfolgten Araber die neuen Juden« sind. Das ist eine sehr schmerzliche Relativierung des Holocaust.Reinhard Schramm, Erfurt

Es ist längst überfällig, die seit Jahren problematischen Positionierungen dieses TU-Zentrums öffentlich und unmissverständlich zu benennen. Gerade weil ich selbst an einer........

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