In Deboras Fußstapfen
08. Mai 2026 – 21. Ijar 5786
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In Deboras Fußstapfen
Seit 2018 versuchen Frauen, an den Halacha-Prüfungen des Oberrabbinats teilzunehmen. Nun ist es ihnen gelungen
Es sollte ein historischer Tag in Israel werden: Ende April haben zum ersten Mal drei Frauen an den offiziellen Halacha-Zertifizierungsprüfungen des Oberrabbinats in Israel teilgenommen. Doch obwohl der Oberste Gerichtshof dies ausdrücklich erlaubt hatte, wäre es beinahe nicht dazu gekommen.
Aber von Anfang an: Worum geht es bei diesen Zertifizierungsprüfungen des Rabbinats? Sie testen das rechtliche Wissen der Kandidaten in verschiedenen Bereichen der Halacha und überprüfen sowohl ihre Beherrschung der klassischen Quellen als auch ihre Fähigkeit, konkrete Fragen zu beantworten, denen religiös praktizierende Juden im Alltag begegnen können.
Ziel des Zertifizierungssystems ist es, dem Staat qualifizierte religiöse Autoritäten bereitzustellen: Wer besteht, kann als Ortsrabbiner in israelischen Gemeinden eingesetzt werden. Für diejenigen, die als Lehrkräfte und nicht als Rabbiner tätig sind, bringt ein solches Zertifikat ein höheres Gehalt mit sich, da es einem akademischen Abschluss gleichgestellt wird. Und darüber hinaus verleiht das Bestehen der Prüfungen eine gemeinschaftliche Legitimität, die ein hohes Maß an halachischem Wissen signalisiert.
Aus all diesen Gründen bemühen sich Frauen seit Langem um Zugang zu diesen Prüfungen. Im Februar 2018 meldeten sich sechs Frauen – allesamt etablierte religiöse Führungspersönlichkeiten und Gelehrte – zu einer Prüfung des Oberrabbinats an. Doch ihre Anmeldungen........
