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Ein Israeli erklärt Berlin

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17.05.2026

17. Mai 2026 – 1. Siwan 5786

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Ein Israeli erklärt Berlin

Tourguide: Der ehemalige Opernsänger Eyal Edelmann führt Landsleute durch die deutsche Hauptstadt

Wenn Eyal Edelmann den Arm ausstreckt, kann er ohne Mühe mit seiner Hand die Decke berühren. Nicht, dass der gebürtige Israeli ein Riese wäre, doch aufgrund seiner Größe von rund 1,94 Metern passt er nicht in das Schema, das sich der franko-schweizerische Stararchitekt Le Corbusier in den späten 50er-Jahren für das platzsparende Wohnen der Berliner Nachkriegsmoderne ausgedacht hat.

Gerade einmal 2,50 Meter beträgt die Raumhöhe des 17 Etagen hohen Wohnturms in Berlin-Westend aus der Feder des Deutsch-Amerikaners Ludwig Mies van der Rohe. »Dabei hatte der Architekt eigentlich nur 2,26 Meter Höhe für sein Modular-Proportionsschema eingeplant«, erzählt Stadtkenner Edelmann. Die Berliner Bauordnung habe dem ambitionierten Architekten aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Gut für die Bewohner und für den Tourguide, der sich beim Betreten dennoch unter dem Türrahmen ducken muss.

»Hier – in der sogenannten vertikalen Stadt – gibt es insgesamt 530 Wohnungen und damit Platz für rund 1200 Menschen«, erklärt Edelmann und zeigt auf die Tafel mit den Namensschildern all jener, die in dem Baudenkmal der Moderne wohnen. 33 Quadratmeter große Einzimmerwohnungen gehören ebenso dazu wie Wohnungen mit zwei Zimmern, die sich über zwei Etagen erstrecken, sowie 106 Quadratmeter große Apartments, deren Luxus vor allem aus dem Blick über Berlin besteht.

Bis zu acht Besucher betreut Edelmann auf seinen Führungen mit dem Auto durch Berlin, wobei sich sein Angebot von anderen grundlegend unterscheidet. »Meist fahren wir mit dem Van herum, das hat den Vorteil, dass wir zwischendurch spontan aussteigen können, wenn es etwas Spannendes zu sehen gibt«, sagt der 45-Jährige.

Berlin aus der Vogelperspektive: Da stört es kaum, dass es wie aus Kübeln gießt.

Berlin aus der Vogelperspektive: Da stört es kaum, dass es wie aus Kübeln gießt.

»Meine Touren werden gern von Familien gebucht«, erzählt der Vater zweier Töchter. Für größere Besuchergruppen werde ein Bus gemietet. Dabei hat er für jede ein anderes Repertoire: Führungen über den Teufelsberg, zum Reichstag, Fahrten........

© Juedische Allgemeine