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Die perfekte Paranoia

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01. September 2026 – 19. Elul 5786

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Die perfekte Paranoia

»Howl« ist eine romangewordene Angstattacke, die Hoffnung macht. So etwas kann nur der britische Schriftsteller Howard Jacobson

Es ist wie das Eindreschen auf einen Ampelknopf, wie das Anschreien einer automatischen Telefonansage oder das Treten gegen eine Betonwand, an der man sich gerade gestoßen hat. Es ist sinnlos, manchmal sogar schmerzhaft, aber so befriedigend. Das ist das erste Gefühl, das der britische Schriftsteller Howard Jacobson den Lesern seines 18. Romans Howl schenkt. Ja, genau, Howl wie beim Beatnik Allen Ginsberg. Sogar der erste Satz ist derselbe: »Ich sah die besten Köpfe meiner Generation zerstört vom Wahnsinn.« Aber Jacobson heult anders.

Während Ginsberg 1955 zugedrogt und angejazzt gegen das kapitalistische Establishment dichtete, wird Jacobsons Held Ferdie Draxler in perfekter Prosa wahnsinnig an einer Welt, die ihre Ordnung verliert; in der die Moral den Rückwärtsgang einlegt, alte Barbarei gebildete Anerkennung erfährt und die Logik aus dem Fenster springt. Minuten, Stunden, Tage nach den Hamas-Massakern in Israel feiert die Welt die schlimmste Katastrophe für die Juden seit der Schoa auch vor Ferdies Haustür. Und die wird brutal aufgestoßen, als seine Tochter sich den »propalästinensischen« Aktivisten anschließt, »Tod den Zionisten« schreiend durch London marschiert und in Fernsehkameras lachend ein Geiselposter abreißt und beschmiert.

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Mit zertrampeltem Herzen und jahrtausendealter Wut taumelt der Vater durch London und erkennt seine Heimat nicht wieder. Ein Polizist will ihn daran hindern, einem Protest zu nahe zu kommen, weil Ferdies »zu........

© Juedische Allgemeine