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Der neue Jude

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28. Oktober 2026 – 17. Cheschwan 5787

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Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

Die ganze Welt sprach über das Drama des flydubai-Fluges mitten in der Luft: die Messerattacke, der Sturzflug, der israelische Klempner, der den Angreifer überwältigte, sich an die Szene aus der TV-Sendung »Air Crash Investigation« erinnerte, die Steuerung übernahm und den Absturz des Flugzeugs verhinderte. Alle waren beeindruckt, aber wir Israelis in Israel zuckten nur mit den Schultern: ein ganz normaler Dienstag.

Trotz des Grauens der vergangenen drei Jahre, trotz der Tatsache, dass ich mich seitdem in der Öffentlichkeit nicht mehr als Jude und Israeli zu erkennen gebe, und trotz des starken Anstiegs antisemitischer Straftaten und antijüdischer Ressentiments empfinde ich oft Mitleid mit den Deutschen – eben­jener Nation, die diese antisemitischen Ausschreitungen stillschweigend duldet. Trotz ihrer übertriebenen Israel-Besessenheit verstehen die Deutschen es einfach nicht. Und trotz dieser Besessenheit weigern sie sich, es zu verstehen.

Mit »es« meine ich den Unterschied zwischen der jüdischen Diaspora und den neuen Juden, den Israelis. Das ist, als würde man ein altes Nokia-Handy mit dem neuesten iPhone bedienen wollen. Beides sind Telefone, aber damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon.

Ich erinnere mich, dass ich diese Gedanken über die Deutschen vor rund 18 Monaten zu entwickeln begann. Damals führte die deutsche Regierung unter anderem das neue Wehrpflichtgesetz ein, um Deutschland zur stärksten Armee des Kontinents zu machen. Unmittelbar danach demonstrierten Hunderte deutscher Studenten in Dutzenden Städten und erklärten, sie lebten lieber unter Besatzung, als in die Armee einzutreten. Angesichts der drohenden Gefahr aus dem Osten (ganz zu schweigen vom andauernden hybriden Krieg) empfand ich diese Proteste und ihre Inhalte als zutiefst erschütternd.

Die deutsche Gesellschaft hat ein bestimmtes Bild vom Juden: Er soll den Schlag einstecken.

Die deutsche Gesellschaft hat ein bestimmtes Bild vom Juden: Er soll den Schlag einstecken.

Zur gleichen Zeit opferten junge Israelis seit 18 Monaten ihr Leben, ihre Familien, Freunde, ihre Zeit und ihre Arbeit, um ihre Demokratie, ihre Werte und ihre Lebensweise als........

© Juedische Allgemeine