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»Absteiger« oder Zünglein an der Waage?

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30. Juli 2026 – 16. Aw 5786

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»Absteiger« oder Zünglein an der Waage?

»Absteiger« oder Zünglein an der Waage: Israelis im Ausland und die Wahl am 27. Oktober

Mein Vater hat Israel 1959 verlassen, um in Deutschland Medizin zu studieren. Auch deswegen gab es harte politische Diskussionen mit der Verwandtschaft, wenn wir im Sommer – in den 70er-Jahren paradiesische sechs Wochen am Stück! – als Familie in Israel Urlaub machten. Mein Onkel Natan-El aus Haifa war der Meinung, mein Vater habe als »Jored« (wörtlich: »Absteiger«) nichts zu melden. Er dürfe die Regierung erst wieder kritisieren, wenn er nach Israel zurückkehre. Mein Vater widersprach: »Du kannst mit mir nicht diskutieren wie mit deinem Mülleimer!«

Die Zeiten haben sich geändert. Israel steht nach fast drei Jahren Krieg vor einer Schicksalswahl – am 27. Oktober könnte sich entscheiden, ob Benjamin Netanjahu Geschichte wird. Und die »Jordim«, die geschmähten Auswanderer von damals, sind das Elektorat von heute: Etwa eine Million Israelis leben in der Diaspora. Wählen können wir aber nicht in einer israelischen Botschaft oder im Konsulat, sondern verlangt wird die physische Anwesenheit in Eretz Israel.

Die »Jordim«, die geschmähten Auswanderer von damals, sind das Elektorat von heute: Etwa eine Million Israelis leben in der Diaspora.

Die »Jordim«, die geschmähten Auswanderer von damals, sind das Elektorat von heute: Etwa eine Million Israelis leben in der Diaspora.

Gadi Eizenkot, ehemaliger Generalstabschef und in den Umfragen führender........

© Juedische Allgemeine