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Es ist Handelskrieg und keiner geht hin

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01.04.2025

Für Donald Trump ist es der „Tag der Befreiung“. Für den Rest der Welt ist es der Startschuss für einen globalen Handelskrieg. Wenn der US-Präsident am Mittwoch nicht nur die bereits angedrohten Strafzölle auf Autoimporte in Kraft setzt, sondern mit einem Rundumschlag noch weitere Einfuhren in die USA mit Sonderabgaben belegt, markiert das eine weitere Zeitenwende: Die regelbasierte Weltwirtschaftsordnung wird abgelöst von einem geoökonomischen Machtkampf, in dem das Recht des Stärkeren gilt.

Wie soll Europa auf den handelspolitischen Rundumschlag eines US-Präsidenten reagieren, der sich nicht von ökonomischer Vernunft, sondern von einem selbstzerstörerischen Protektionismus leiten lässt? Die EU ist gut beraten, an ihrer bisherigen Doppelstrategie festzuhalten und gezielte Vergeltungssanktionen gegen Produkte aus den Trump-Hochburgen in den USA mit Konzessionen zu kombinieren.

Das reicht jedoch nicht. Europa muss gegenüber Trump in die Offensive gehen und sollte den Handelskrieger im Weißen Haus mit dem entwaffnenden Vorschlag in Verlegenheit bringen, alle transatlantischen Zölle auf Industriegüter abzuschaffen. Der frühere EU-Präsident Jean-Claude Juncker hatte dieses Ziel mit Trump bereits während dessen erster Amtszeit 2018 anvisiert. Die Autozölle auf null zu senken, wäre ein guter Anfang, um eine Eskalation zu vermeiden, bei der beide Seiten nur verlieren würden.


© Handelsblatt