Der unbekannte Auslöser des chinesischen Hightech-Booms
Als ich Ende 2003 für sechs Monate nach Indien ging, um dort meine Diplomarbeit zu schreiben, war die Lage keineswegs eindeutig. Chinas Wirtschaft war damals zwar rund dreimal so groß wie die indische. Doch viele Ökonomen glaubten nicht daran, dass eine staatsgelenkte Volkswirtschaft langfristig Innovationen hervorbringen und wachsen kann.
Indien schien die spannendere Wette zu sein: chaotisch, korruptionsanfällig, bürokratisch – aber mit exzellenten Technologieuniversitäten, einer dynamischen IT-Industrie und vor allem: einer offenen Gesellschaft, in der sich die besten Ideen im freien Wettbewerb durchsetzen können. Ich reiste nach Bangalore, das damals das asiatische Silicon Valley genannt wurde. Wer über Innovation sprach, blickte zu der Zeit eher nach Südindien als ins chinesische Shenzhen.
Heute wirkt diese Einschätzung erstaunlich naiv.
Chinas Wirtschaft ist inzwischen rund fünfmal so groß wie die Indiens und hat die deutsche längst überholt. Vor allem aber hat sich das Land von der Werkbank zum Hightech-Labor entwickelt. Nach Analysen des Australian Strategic Policy Institute liegt China in 66 von 74 untersuchten Schlüsseltechnologien vorn – von Kernenergie über synthetische Biologie bis zu Satellitentechnik. Die USA führen nur noch in acht Feldern, darunter Quantencomputing. Anfang der 2000er-Jahre war das Kräfteverhältnis umgekehrt.
Als ich Ende 2003 für sechs Monate nach Indien ging, um dort meine Diplomarbeit zu schreiben, war die Lage keineswegs eindeutig. Chinas Wirtschaft war damals zwar rund dreimal so groß wie die indische. Doch viele Ökonomen glaubten nicht daran, dass eine staatsgelenkte Volkswirtschaft langfristig Innovationen hervorbringen und wachsen kann.
Indien schien die spannendere Wette zu sein: chaotisch, korruptionsanfällig, bürokratisch – aber mit exzellenten Technologieuniversitäten, einer dynamischen IT-Industrie und vor allem: einer offenen Gesellschaft, in der sich die besten Ideen im freien Wettbewerb durchsetzen können. Ich reiste nach Bangalore, das damals das asiatische Silicon Valley genannt wurde. Wer über Innovation sprach, blickte zu der Zeit eher nach Südindien als ins chinesische Shenzhen.
Heute wirkt diese Einschätzung erstaunlich naiv.
Chinas Wirtschaft ist inzwischen rund fünfmal so groß wie die Indiens und hat die deutsche längst überholt. Vor allem aber hat sich das Land von der Werkbank zum Hightech-Labor entwickelt. Nach Analysen des Australian Strategic Policy Institute liegt China in 66 von 74 untersuchten Schlüsseltechnologien vorn – von Kernenergie über synthetische Biologie bis zu Satellitentechnik. Die USA führen nur noch in acht Feldern, darunter Quantencomputing. Anfang der 2000er-Jahre war das Kräfteverhältnis umgekehrt.
