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Nur noch Erben können im Eigentum leben

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14.02.2026

Wer baut oder kauft, kommt ohne Geld aus der Familie in vielen Gegenden nicht weit. Das war schon immer so und wird wohl auch immer so sein. Aber derzeit sind die Hürden besonders hoch. Das ist nicht nur eine gefühlte Wahrheit, sondern wird immer wieder belegt wie kürzlich in einer Studie des Finanzierungsberaters Hüttig und Rompf.

Fatalisten würden diese Meldung wohl mit einem „Wer hat, dem wird gegeben“ abtun, aber Realisten und Menschen, die sich um das soziale Gleichgewicht in diesem Land Sorgen machen, kann das nicht kaltlassen. Wenn Wohneigentum in erster Linie von den Eltern abhängt, braucht es wenig Fantasie, sich auszumalen, was das für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und künftige Wahlen bedeutet.

Es ist falsch zu behaupten, diese Botschaft sei noch nicht in der Politik angekommen. Parteien aller Couleur machen Wahlkampf mit dem Versprechen, mehr Menschen ins Eigentum zu bringen. Doch außer netten Wahlplakaten und wohlmeinenden Sonntagsreden ist wenig in Erinnerung geblieben. Dabei gibt es das Problem seit über zehn Jahren, mancherorts schon länger. Immerhin: 2014 bis 2022, als die Zinsen für Kredite mit zehn Jahren Zinsbindung zeitweise unter der Ein-Prozent-Marke lagen, verdeckte das die Situation etwas.

Immobilienpreise 2026: Das prognostizieren Experten für den Wohnungsmarkt

Fatalisten würden diese Meldung wohl mit einem „Wer hat, dem wird gegeben“ abtun, aber Realisten und Menschen, die sich um das soziale Gleichgewicht in diesem Land Sorgen machen, kann das nicht kaltlassen. Wenn Wohneigentum in erster Linie von den Eltern abhängt, braucht es wenig Fantasie, sich auszumalen, was das für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und künftige Wahlen bedeutet.

Es ist falsch zu behaupten, diese Botschaft sei noch nicht in der Politik angekommen. Parteien aller Couleur machen Wahlkampf mit dem Versprechen, mehr Menschen ins Eigentum zu bringen. Doch außer netten Wahlplakaten und wohlmeinenden Sonntagsreden ist wenig in Erinnerung geblieben. Dabei gibt es das Problem seit über zehn Jahren, mancherorts schon länger. Immerhin: 2014 bis 2022, als die Zinsen für Kredite mit zehn Jahren Zinsbindung zeitweise unter der Ein-Prozent-Marke lagen, verdeckte das die Situation etwas.

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Seit 2022 verlangen Banken wieder 3,5 Prozent, meist aber eher vier Prozent Zinsen. Das könnte sich der eine oder andere Haushalt noch leisten, aber wer weniger als 20 Prozent Eigenkapital mitbringt, bekommt in der Regel keinen Kredit. Ein Mindestmaß an Eigenkapital zu fordern, ist wichtig und richtig. Die Finanzkrise 2008 hatte ihren Ursprung in Krediten an amerikanische Immobilienkäufer, die ohne Sicherheit vergeben wurden.

Der Staat kann helfen, und es wird im Endeffekt günstiger, als es zunächst scheint

Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer, die je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises ausmacht, wären ein Weg, mehr Menschen ins Eigentum zu bringen. Doch die Grunderwerbsteuer ist Ländersache. Hier bräuchte es, wenn der Schritt gegangen wird, eine Entschädigung seitens des Bundes. Es ist unwahrscheinlich, dass sich die 16 Länder hier auf einen „Deal“ einlassen.

Warum lebt das Baukindergeld nicht wieder auf? Wenn es gut ausgestaltet würde und auch offen für Haushalte wäre, deren Jahreseinkommen niedrig sechsstellig ist, müsste der Bund zwar mit Milliarden in Vorleistung treten. Vergeben als zinsgünstiges Darlehen, wäre das Geld aber nicht weg. Der Bund hätte, wenn es schiefgeht, eine Immobilie, die einen Wert hat, wenn die Regeln, wo gekauft oder gebaut werden soll, klug gesetzt sind.

Das brächte mehr sozialen Frieden im Land und weniger Altersarmut. Denn die ist in vielen Haushalten programmiert, wenn sich nichts ändert.

Mehr: Die Bundesregierung verschweigt bei der Rente das Wesentliche


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