Gut gebrüllt, Löwe – die Grenzen von Merz’ Gestaltungsanspruch
Der „Urlaub von der Weltgeschichte“ sei vorbei. Mit diesen Worten hat Bundeskanzler Friedrich Merz bei der Münchener Sicherheitskonferenz die Europäer aus dem Schlaf gerissen. Zu lange haben sie sich an die Hoffnung geklammert, dass Donald Trump nicht zum zweiten Mal zum Präsidenten gewählt wird. Oder wenn doch, dass es schon nicht so schlimm kommen werde.
Nun ist Trump ein gutes Jahr im Amt – und es kam schlimm. Schon vor einem Jahr hatte US-Vizepräsident J.D. Vance in München ein neues Kapitel der Konfrontation eröffnet und Europa Demokratiedefizite und Beschneidung der Meinungsfreiheit vorgeworfen.
Merz nimmt den Kulturkampf an und rechnet ein Jahr später mit der US-Politik und der MAGA-Bewegung ab. Wenn auf den Partner jenseits des Atlantiks kein Verlass mehr sei, dann müssten Deutschland und Europa eben lernen, sich allein in einer von Machtpolitik geprägten Welt zu behaupten, sagt der Kanzler.
„Gut gebrüllt, Löwe“, möchte man da rufen. Doch wenn das gelingen soll, dann müssen Deutschland und Europa selbst erst zu einer ernst zu nehmenden Macht werden. Der Kanzler verweist dabei auf die wirtschaftliche Potenz des Alten Kontinents, die um ein Vielfaches größer sei als die des potenziellen Gegners Russland.
Der „Urlaub von der Weltgeschichte“ sei vorbei.........
