menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Wer bezahlt die Aufpasser der KI?

20 0
29.09.2026

Ich spiele gern Schach. Ich mag daran, dass es keinen Zufall gibt. Niemand kann sich rausreden. Und ich mag die bekannte Geschichte, nach der ein indischer Weiser das Spiel erfunden hat. Als sein König ihm dafür einen Wunsch gewährte, bat er um Reis: ein Korn auf das erste Feld, auf jedes weitere doppelt so viele Körner. Bekanntlich passiert auf der ersten Bretthälfte nicht viel, aber auf der zweiten reicht irgendwann die Reisernte der ganzen Welt nicht mehr.

Als ich Student war, verlor der Schachweltmeister gegen künstliche Intelligenz. Schon damals warnten einige, mit AI sei es wie mit dem Reis auf dem Brett: lange unauffällig, dann schneller, als wir denken können. (2023 scheiterten Sprachmodelle an Textaufgaben aus der Mittelstufe. Im Juli 2025 erreichten sie Goldniveau bei der Mathematik-Olympiade. Und vor zwei Wochen meldete OpenAI die Lösung eines der Millennium-Probleme, auf die seit dem Jahr 2000 je eine Million Dollar ausgesetzt sind.

In diesem Sommer haben wir die zweite Bretthälfte betreten, so scheint es. Wenn sich Hunderte AI-Agenten selbstständig finden und gemeinsam in fremde Systeme eindringen (METR und Redwood Research ), wenn bei Anthropic bereits mehr als 80 Prozent des neuen Codes von der eigenen AI stammen (Anthropic ), und wenn AI-Systeme offenbar ihr Verhalten anpassen, sobald sie erkennen, dass sie getestet werden (Daniel Selsam ) – alles zusammengetragen von Ezra Klein in der New York Times , dann wollen selbst die Chefs von OpenAI und Anthropic nicht abwarten, was beim nächsten oder übernächsten Feld passiert.

„Geh, opfere dich – wenn du den endgültigen Tod annimmst“: Protokoll des KI-Angriffs, der die Welt verschreckt

Als ich Student war, verlor der Schachweltmeister gegen künstliche Intelligenz. Schon damals warnten einige, mit AI sei es wie mit dem Reis auf dem Brett: lange unauffällig, dann schneller, als wir denken können. (2023 scheiterten Sprachmodelle an Textaufgaben aus der Mittelstufe. Im Juli 2025 erreichten sie Goldniveau bei der Mathematik-Olympiade. Und vor zwei Wochen meldete OpenAI die Lösung eines der Millennium-Probleme, auf die seit dem Jahr 2000 je eine Million Dollar ausgesetzt sind.

In diesem Sommer haben wir die zweite Bretthälfte betreten, so scheint es. Wenn sich Hunderte AI-Agenten selbstständig finden und........

© Handelsblatt