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Wenn kein Skandal die AfD bremst, gerät die Demokratie in Gefahr

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18.02.2026

2026 wird nicht nur ein Superwahljahr. Es könnte zum Wendepunkt werden. In fünf Bundesländern werden neue Landtage gewählt. In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt liegt die AfD in Umfragen vorn, in Sachsen-Anhalt ist sogar eine absolute Mehrheit der Mandate denkbar. Erstmals stünde eine AfD-Alleinregierung im Raum.

Und das trotz einer Serie von Affären. Vetternwirtschaft-Vorwürfe aus Sachsen-Anhalt haben längst die Gesamtpartei erreicht. Doch an der Wählergunst ändert das offenbar wenig. Wer glaubt, man könne die AfD allein mit moralischer Empörung oder scharfen Begriffen stellen, könnte sich täuschen. Der Reflex, die Partei als „kriminellen Clan“ zu etikettieren und damit politisch zu erledigen, ersetzt keine strategische Antwort. Skandale allein stoppen den Aufstieg der Rechtspopulisten bislang nicht.

Die Folgen einer Alleinregierung wären gravierend. Politische Stabilität ist ein zentraler Standortfaktor. Unternehmen investieren dort, wo Regeln verlässlich sind, Institutionen unabhängig arbeiten und Entscheidungen berechenbar bleiben. Genau diese Voraussetzungen geraten unter Druck, wenn eine Partei Regierungsverantwortung übernimmt, die demokratische Institutionen systematisch infrage stellt.

Die AfD greift Gerichte, Medien und Verwaltungen an, relativiert deren Unabhängigkeit und diskreditiert demokratische Verfahren. In der Opposition ist das allenfalls wirkungslose Rhetorik. In Regierungsverantwortung würde daraus Gestaltungsmacht. Ministerien, Behörden, öffentliche Unternehmen – auf all das hätte die AfD Zugriff.

2026 wird nicht nur ein Superwahljahr. Es........

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