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Die Weltkonjunktur wird die deutsche Wirtschaft nicht retten – aber die Politik könnte es

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31.01.2026

„Deutschland schwimmt wie ein Korken auf den Wogen der Weltkonjunktur.“ Diese Metapher prägte vor 17 Jahren mein Münchener Kollege Hans-Werner Sinn. Abgesehen von Südkorea ist kein anderes großes Industrieland so stark in die internationale Arbeitsteilung integriert wie Deutschland.

Gesamtwirtschaftliche Schwächephasen endeten durchweg mit einem Anziehen des Welthandels. Produkte „made in Germany“ waren weltweit gefragt, sodass Deutschland in den „Nuller“-Jahren sechsmal „Exportweltmeister“ war.

Deutschlands traditionell wichtigste Handelspartner waren die anderen großen EU-Staaten, allen voran Frankreich. Mitte der 1990er überholten die USA Großbritannien als zweitwichtigstes Exportland, und seit 2015 sind die USA Deutschlands wichtigster Kunde.

Dann zog Donald Trump 2025 zum zweiten Mal ins Weiße Haus ein und sagte nicht zuletzt auch Deutschlands Exporteuren den Kampf an – mit Erfolg. Von Januar bis November 2025 ging das Exportvolumen in die USA im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um beachtliche 9,4 Prozent zurück, was allerdings nicht nur eine Folge der Trump’schen Zollpolitik war. Denn mit fast elf Prozent war der Einbruch der deutschen Exporte nach China noch markanter.

In der Summe schrumpfte die deutsche Ausfuhr 2025 real um 0,3 Prozent, während das Welthandelsvolumen weiter zulegte. Preisbereinigt entsprach das Ausfuhrvolumen des vergangenen Jahres dem des Jahres 2019. Zum Vergleich: In den sechs Jahren zuvor, von 2013 bis 2019, legten die Exporte um 21 Prozent zu. Fakt ist: Deutschlands exportorientiertes Geschäftsmodell steckt in einer veritablen Krise.

Dieses Geschäftsmodell wurde von keinem Wissenschaftler oder Politiker ersonnen. Der im internationalen Vergleich sehr hohe Anteil der Industrie an der........

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