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Die Mehrwertsteuer ist das kleinere Übel

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27.02.2026

Düsseldorf. Mit Versprechen von Steuersenkungen buhlen Union und SPD um die Gunst ihrer schrumpfenden Anhängerzahlen. Beide Lager hatten im Koalitionsvertrag vereinbart: „Wir werden die Einkommensteuer für kleine und mittlere Einkommen zur Mitte der Legislatur senken.“ Freilich fehlen klärende Worte dazu, um wie viel die Steuern sinken sollen, was genau kleine und mittlere Einkommen sind und wie mit höheren Einkommen verfahren werden soll.

Angesichts ihrer historischen Wurzel legt die SPD den Fokus auf eine Besserstellung niedriger Einkommen; Parteichef Lars Klingbeil spricht gerne von den hart Arbeitenden, die 3000 Euro im Monat verdienen. Die Union hat dagegen ihre Wählerklientel im Blick, die sie in der Mittelschicht verortet: Folgerichtig fordert CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann, den Spitzensteuersatz erst ab einem Einkommen von etwa 80.000 Euro greifen zu lassen. Beide Parteien betreiben damit Klientelpolitik – solide finanziert ist keiner der beiden Ansätze.

Richtig ist, dass in Deutschland die Arbeitseinkommen im internationalen Vergleich durch staatliche Zwangsabgaben recht hoch belastet werden. Der Steuer- und Abgabenkeil für kinderlose Alleinstehende, deren Verdienst dem nationalen Durchschnitt entspricht, betrug 2024 im OECD-Durchschnitt 34,9 Prozent der Arbeitskosten. Am größten war die Abgabenlast in Belgien mit 52,6 Prozent, gefolgt von Deutschland mit 47,9 Prozent sowie Frankreich, Italien und Österreich mit um die 47 Prozent. Diese Werte umfassen sowohl die Einkommensteuer als auch die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung.

Düsseldorf. Mit Versprechen von Steuersenkungen buhlen Union und SPD um die Gunst ihrer schrumpfenden Anhängerzahlen. Beide Lager hatten im Koalitionsvertrag vereinbart: „Wir werden die Einkommensteuer für kleine und mittlere Einkommen zur Mitte der Legislatur senken.“ Freilich fehlen klärende Worte dazu, um wie viel die Steuern sinken sollen, was genau kleine und mittlere Einkommen sind und wie mit höheren Einkommen verfahren werden soll.

Angesichts ihrer historischen Wurzel legt die SPD den Fokus auf eine Besserstellung niedriger Einkommen; Parteichef Lars Klingbeil spricht gerne von den hart Arbeitenden, die 3000 Euro im Monat verdienen. Die Union hat dagegen ihre Wählerklientel im Blick, die sie in der Mittelschicht verortet: Folgerichtig fordert CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann, den Spitzensteuersatz erst ab einem Einkommen von etwa 80.000 Euro greifen zu lassen. Beide Parteien betreiben damit Klientelpolitik – solide finanziert ist keiner der beiden Ansätze.

Richtig ist, dass in Deutschland die Arbeitseinkommen im internationalen Vergleich durch staatliche Zwangsabgaben recht hoch belastet werden. Der Steuer- und Abgabenkeil für kinderlose Alleinstehende, deren Verdienst dem nationalen Durchschnitt entspricht, betrug 2024 im OECD-Durchschnitt 34,9 Prozent der Arbeitskosten. Am größten war die Abgabenlast in Belgien mit 52,6 Prozent, gefolgt von Deutschland mit 47,9 Prozent sowie Frankreich, Italien und Österreich mit um die 47 Prozent. Diese Werte umfassen sowohl die Einkommensteuer als auch die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung.


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