Glyphosat-Erfolg heizt die Debatte über Bayer-Aufspaltung an
Die Bayer AG startet einen zweiten Versuch, die Last der Glyphosatklagen in den USA mit einem milliardenschweren Vergleich endlich loszuwerden. Sollte dies dem Konzern gelingen, würden sich die Ausgaben für den Rechtsstreit seit 2020 auf die gigantische Summe von 20 Milliarden Dollar summieren.
Noch ist unsicher, ob Bayers Vorstoß ein Erfolg wird, denn der Deal hat zahlreiche Risiken. Am Dienstag feierten Anleger die Nachricht, die Aktie von Bayer schoss kurz vor Börsenschluss um sieben Prozent nach oben. Am Mittwochmorgen ging es jedoch um mehr als acht Prozent abwärts. Analysten bleiben skeptisch: Die Investmentbank Jefferies rät zur Vorsicht, vor allem wegen des noch ausstehenden Urteils des obersten US-Gerichts, dem Supreme Court.
Schaffen die Leverkusener aber den Befreiungsschlag, wird sich der Vorstand zügig einer ungeliebten Frage stellen müssen: Kommt es zu einer Aufspaltung des Mischkonzerns aus Pharma- und Agrochemiegeschäften?
Bayer-Chef Bill Anderson weiß dies genau. Bei seinem Amtsantritt vor drei Jahren forderten ihn zahlreiche angelsächsische Fonds auf, die Geschäfte zu trennen. Diese Debatte ist seither nie verschwunden, sondern nur gedämpft.
Die Bayer AG startet einen zweiten Versuch, die Last der Glyphosatklagen in den USA mit einem milliardenschweren Vergleich endlich loszuwerden. Sollte dies dem Konzern gelingen, würden sich die Ausgaben für den Rechtsstreit seit 2020 auf die gigantische Summe von 20 Milliarden Dollar summieren.
Noch ist unsicher, ob Bayers Vorstoß ein Erfolg wird, denn der Deal hat zahlreiche Risiken. Am Dienstag feierten Anleger die Nachricht, die Aktie von Bayer schoss kurz vor Börsenschluss um sieben Prozent nach oben. Am Mittwochmorgen ging es jedoch um mehr als acht Prozent abwärts. Analysten bleiben skeptisch: Die Investmentbank Jefferies rät zur Vorsicht, vor allem wegen des noch ausstehenden Urteils des obersten US-Gerichts, dem Supreme Court.
Schaffen die Leverkusener aber den Befreiungsschlag, wird sich der Vorstand zügig einer ungeliebten Frage stellen müssen: Kommt es zu einer Aufspaltung des Mischkonzerns aus Pharma- und Agrochemiegeschäften?
Bayer-Chef Bill Anderson weiß dies genau. Bei seinem Amtsantritt vor drei Jahren forderten ihn zahlreiche angelsächsische Fonds auf, die Geschäfte zu trennen. Diese Debatte ist seither nie verschwunden, sondern nur gedämpft.
Anderson hat die Investoren um Geduld gebeten: Erst müsse Bayer wieder operativ stark werden und seine Probleme lösen, dann würden Portfolioschritte diskutiert – dies wiederholte er am Dienstagabend in einer Analystenkonferenz.
Bayer schließt Milliarden-Vergleich im Rechtsstreit um Glyphosat
Bis dahin ist es möglicherweise nicht mehr weit. Operativ kommt Bayer wieder nach vorn, vor allem die Pharmasparte hat sich aus der Krise zu neuer Stärke entwickelt. Bayers größtes Problem sind aber nach wie vor die Rechtsrisiken in den USA.
Diese Risiken wirken bisher wie eine Giftpille gegen eine Aufspaltung. Sie machen Schritte wie den Börsengang einer verselbstständigten Agrardivision unmöglich. Auch eine erfolgreiche Abspaltung der Division mit verschreibungsfreien Arzneien rund um Aspirin ist problematisch, sollte Bayer dauerhaft mit Klagerisiken behaftet sein und dafür viel Geld brauchen.
Entfällt diese Last, dürften Investoren die Frage nach Bayers Konzernstruktur neu stellen. Sie haben dazu jedes Recht. Denn die Aktionäre sind seit Jahren Leidtragende des Monsanto-Kaufs.
Zwar ist der Kurs zuletzt wieder wegen der Aussicht auf eine Glyphosatlösung deutlich gestiegen. Von Bewertungen aus Zeiten vor der Übernahme ist Bayer aber noch weit entfernt. Seit 2024 verzichten die Anteilseigner zudem auf eine Dividende, weil Bayer das Geld für den Rechtsstreit braucht.
Ihnen muss der Vorstand eine Perspektive bieten, wie der Konzern nach einem Ende des unrühmlichen Glyphosatkapitels wieder deutlich mehr Wert gewinnen kann. Eine Aufspaltung jedweder Art wird unweigerlich Kern dieser Debatte sein.
Mehr: Risikoreduktion „bemerkenswert“ – Neuer Schlaganfall-Wirkstoff verspricht Milliardenumsätze für Bayer
