Unter den Managern geht die Angst um
Abfindungsprogramme : Unter den Managern geht die Angst um
Ob BMW, Mercedes oder Siemens: In den besseren Jahren gab es eine regelrechte Chefinflation, jetzt wird im mittleren Management gespart. Und noch etwas anderes setzt Führungskräfte unter Druck.
Als vergangene Woche das Intranetportal freigeschaltet wurde, auf dem sich BMW-Mitarbeiter über Abfindungsangebote informieren konnten, brach die Seite rasch wegen Überlastung zusammen. Der Andrang war so groß, dass der Münchner Autohersteller die Informationsbörse vorerst geschlossen hat. Denn das Geld wird im Windhundverfahren verteilt: Wer früh dran ist, kann sogar von einer Turboprämie profitieren, wer zu spät kommt, hat womöglich Pech gehabt.
Ein ähnliches Programm läuft beim Konkurrenten Mercedes. Dort sollen bis zu 500.000 Euro je Abfindungswilligem möglich sein. Doch die Autoindustrie ist beileibe kein Sonderfall. Auch in anderen Branchen versuchen Arbeitgeber, die Fluktuation mit saftigen Anreizen zu erhöhen. Und es sind nicht nur Bandarbeiter und Mechatroniker, die über einen vorzeitigen Abschied nachdenken. Gerade unter Führungskräften reift die Überlegung, lieber mit einer ordentlichen Abfindung einen Neustart zu wagen oder in den Ruhestand zu gleiten, anstatt auf die Kündigung zu warten. Künstliche Intelligenz, mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, zu hohe Kosten – der Druck ist schließlich enorm. Unter vielen Managern geht die Angst um.
F.A.Z.-Artikel........
