Alarmsignal aus Böhlen
An den ostdeutschen Chemiestandorten wächst die Sorge vor einem Dominoeffekt. Am Montag übt die Branche in Sachsen den Schulterschluss – und sendet ein Notsignal nach Berlin.
An Warnsignalen aus der deutschen Chemieindustrie gibt es derzeit keinen Mangel. „Die Industrie funkt SOS“, fasste der Präsident des Verbands der Chemischen Industrie, Markus Steilemann, in der vergangenen Woche die Stimmung in der energieintensiven Branche zusammen. Die Produktion bewegt sich nach Angaben des Branchenverbands auf dem tiefsten Niveau seit dreißig Jahren, und auch im neuen Turnus ist keine Trendwende in Sicht. Jedes zweite Unternehmen kämpft mit einer schlechten Auftragslage.
Insgesamt liegen die Bestellungen ein Fünftel unter dem Vorkrisenniveau von 2021. Die Auslastung der Anlagen in der gesamten Branche sei auf einem historischen Tiefpunkt von 70 Prozent angelangt und liege weit unterhalb der Rentabilitätsschwelle, teilte der Verband mit. Ein Fünftel der Mitgliedsunternehmen denke über die Verlagerung oder gar Stilllegung von Teilen der Produktion in Deutschland nach. Jedes zehnte Unternehmen plant demnach, ganze Standorte zu schließen.
Ein Notsignal sendete die Branche auch nach der Auftaktveranstaltung zur „Chemieagenda 2045“ in der vergangenen Woche im........
