Nie wieder wehrlos
Ukraine : Nie wieder wehrlos
Russland vernichtet die Lebensgrundlagen der Ukrainer. Das hat auch Folgen für Deutschland. Dem weiter verzagt zuzuschauen, ist keine Option.
In den Supermarkt gehen, Tanken fahren, mit der Bahn verreisen – was für uns alltägliche Dinge sind, ist in der Ukraine im Herbst 2026 auch weit jenseits der Front lebensgefährlich geworden. Jederzeit kann eine russische Drohne in einem Einkaufszentrum einschlagen, eine Rakete das eigene Auto in die Luft jagen oder eine Gleitbombe die eigene Wohnung vernichten.
Russland greift inzwischen Tag und Nacht die Zivilbevölkerung an. Vibrierende Handys mit Luftalarm-Apps sind zum Grundrauschen geworden. Sirenen in der Hauptstadt Kiew und im ganzen Land heulen beinahe ohne Unterlass.
In viereinhalb Jahren Krieg haben sich die Ukrainer an vieles gewöhnen müssen. Im vergangenen Winter, dem auch meteorologisch härtesten seit dem russischen Überfall, haben sie teils monatelang in kalten und dunklen Wohnungen ausgehalten, weil Russland Energieerzeuger und Heizwerke zerstörte. Das Frühjahr und der Sommer brachten dann aus Kiewer Sicht neben Wärme und Licht vergleichsweise positive Nachrichten von der Front: Russlands Vorrücken verlangsamte sich zum Beinahe-Stillstand, und der ukrainischen Armee........
