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Ideologische Klimapolitik

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15.04.2026

Großbritannien : Ideologische Klimapolitik

Eine Energie- und Klimapolitik, die zu sehr hohen Kosten und zur Deindustrialisierung führt, ist nicht nachhaltig. Denn: Die Wähler werden sie abwählen.

Der Anstieg der Öl- und Gaspreise infolge des Irankriegs versetzt auch in Großbritannien Wirtschaft, Bürger und Politik unter Stress. Anders als in Deutschland oder Irland hat die Regierung aber keinen Tankrabatt oder Steuererleichterungen beschlossen. Die Staatskassen sind dafür zu klamm.

Heiß diskutiert wird aber derzeit die Frage, ob das Vereinigte Königreich die  heimischen Öl- und Gasvorkommen in der Nordsee neu erschließen und nutzen soll oder nicht. Ed Miliband, der Energie- und Klimaminister, der sich als Oberlehrer der „Net Zero“-Klimapolitik geriert, ist strikt dagegen. Größter Zankapfel sind aktuell die Projekte Jackdaw und Rosebank, zwei riesige Gas- und Ölfelder vor der schottischen Küste. Miliband mauert gegen den Produktionsbeginn.

Der Politiker vom linken Flügel der Labour-Partei mit dem Spitznamen „Red Ed“ gerät aber zunehmend unter Druck. Die konservative Opposition, die Industrie und auch Labour-nahe Gewerkschaften sind erzürnt. Die Gewerkschaft Unite wirft Miliband die Beschädigung des Industriestrandorts vor. Selbst die Chefin der Agentur für Erneuerbare Energien riet angesichts der prekären internationalen Lage zu mehr heimischer Öl- und Gasförderung, um die Energiesicherheit in Großbritannien zu verbessern. Auch das Tony-Blair-Institute des........

© Frankfurter Allgemeine