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Kennen die AfD-Wähler die Geister, die sie rufen?

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09.02.2026

Nicht alle AfD-Wähler wissen bis ins Detail, für wen und was sie da stimmen. Viele aber sind genauestens im Bilde. Wie also hält man die AfD auf dem Weg zur Macht auf?

Die AfD wird vorerst wohl nicht wieder verschwinden. In Sachsen-Anhalt kann sich die Partei derzeit sogar Hoffnung machen, nach der Landtagswahl im September erstmals einen Ministerpräsidenten zu stellen. Aber kennen die AfD-Wähler die Geister, die sie rufen? Oder sind sie blind vor Enttäuschung und Wut, weil sie glauben, Deutschland sei nach wie vor auf einem falschen Weg?

Es war dieser Glaube, aus dem heraus die AfD groß wurde. Die Partei entstand in einer Zeit, in der mehr und mehr Menschen dachten, nun würde alles immer schlechter werden – und die Schuld dafür den „Altparteien“ in die Schuhe schoben. Zugleich hatten viele im Land den Eindruck, dass man seine Meinung nicht mehr offen sagen dürfe. Die AfD bestärkte sie darin. Es ist ihr populistisches Kunststück gewesen: Kritik an ihr münzte sie um in einen Beweis für die vermeintlich schreckliche Lage im Land.

Jede berechtigte Empörung über rassistische oder andere Umtriebe nutzte die AfD, um sich als unschuldiges Opfer darzustellen, dem man den Mund verbieten wolle – so wie man ihn angeblich schon den Bürgern verboten habe. Die Grenzen des Sagbaren verschieben bedeutet für die AfD, sie ins Unsagbare zu........

© Frankfurter Allgemeine