Geldpolitik hat mit Geld zu tun
Zum Ökonomienobelpreis : Geldpolitik hat mit Geld zu tun
Der Wirtschaftsnobelpreis ging dieses Jahr an Michael Woodford und Robert Hall. Ihre Auszeichnung kommt ironischerweise zu einer Zeit, in der die von ihnen erarbeitete neukeynesianische Geldpolitik unter Druck gerät.
Betrachtet man ganz nüchtern das Geschäft einer Notenbank, dann produziert sie ein Gut: Geld. Verdeckt wird diese einfache Wahrheit durch viele Diskussionen über Stabilität und Vertrauen, über Zinssätze und das Inflationsziel. Aber im Kern produzieren Notenbanken Geld. Ein wenig grotesk wirkt es deshalb, wenn ökonomische Modelle zur Geldpolitik das Geld in der Analyse gar nicht mehr enthalten. Das ist in etwa so, als wenn BMW seinen Betrieb steuert, ohne auf die Absatzzahlen zu schauen.
In den gesamtwirtschaftlichen Modellen des Neukeynesianismus, zu denen die diesjährigen Nobelpreisträger Michael Woodford und Robert Hall entscheidend beigetragen haben, spielt Geld im Kern keine Rolle. Woodford und Hall lehren die Notenbanken, Geldpolitik über die Zinssteuerung und die Steuerung von Inflationserwartungen zu betreiben, nicht aber über eine Kontrolle von Geldmengen.
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Die neukeynesianische Geldpolitik gerät unter Druck
Die monetaristischen Versuche der Geldmengensteuerung halfen in den Siebziger- und frühen Achtzigerjahren, den damaligen Inflationsschub in den Griff zu bekommen. Der Monetarismus verlor indes viele Anhänger, als mit der........
