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Die Senatorin spielt auf Zeit

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22.04.2026

Staatssekretär entlassen : Die Senatorin spielt auf Zeit

Auf Druck von CDU-Politikern bewilligte die Berliner Kultursenatorin Geld für Antisemitismusbekämpfung gegen Bedenken ihrer Beamten. Jetzt hat sie den Staatssekretär entlassen, der als oberster Bedenkenträger galt.

Man ist daran gewöhnt, dass es in der Berliner Kulturverwaltung etwas länger dauern kann, bis Anregungen aufgegriffen werden, auch wenn sie ganz oben eingehen. Am 22. Juli 2025 erhielt Sarah Wedl-Wilson, die Senatorin für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt, elektronische Post von Christian Goiny, dem mächtigsten Haushaltspolitiker der CDU-Fraktion des Abgeordnetenhauses. In einer langen Whatsapp-Nachricht teilte Goiny der „lieben Sarah“ unter anderem mit:: „Ich halte es inzwischen auch für unumgänglich, beim Regierenden die Entlassung von Friederici zu beantragen, der Deine und unsere Arbeit ja inzwischen aktiv und vorsätzlich torpediert.“

Auf den Tag genau neun Monate später hat Goiny nun seinen Willen bekommen. Gestern wurde Oliver Friederici, der im Doppelressort für den gesellschaftlichen Zusammenhalt verantwortlich war, als Staatssekretär entlassen. Die Senatorin gab zur Begründung an, dass ihr der........

© Frankfurter Allgemeine