Wie Merz zur neuen Merkel wird
Rhetorik zu Iran : Wie Merz zur neuen Merkel wird
Noch letzten Sommer sprach der Kanzler salopp von „Drecksarbeit“, jetzt vermeidet er zugespitzte Worte zum Irankrieg und betreibt rhetorischen Eskapismus. Die Ohnmacht der Bundesregierung ist offenkundig.
Montag früh hatte Johann Wadephul endlich wieder einmal sicheren Boden unter den Füßen. „Die Bundesrepublik hat definitiv nicht die Absicht, sich irgendwie zu beteiligen“, sagte der Außenminister im Deutschlandfunk auf die Frage, ob Deutschland am Irankrieg an der Seite der USA und Israels teilnehmen werde.
Das Wort „definitiv“ in den Mund zu nehmen, muss eine Wohltat für Wadephul gewesen sein nach einem Wochenende, an dem die Bundesregierung ziemlich ins Schwimmen gekommen war, als es galt, mit den richtigen Worten auf Ereignisse, die sich seit Wochen abgezeichnet hatten, zu reagieren und sich dabei noch mit den wichtigsten Partnern in Europa abzustimmen.
Die neue Bundesregierung verschont das Publikum vor alten Phrasen
Am Sonntagabend, in der Talkshow „Caren Miosga“, hatte Wadephuls Rhetorik das ganze Elend der deutschen Außenpolitik widergespiegelt. Der Frage der gut aufgelegten Moderatorin, ob die gezielte Tötung von Religionsführer Ali Khamenei am Samstag denn gerecht gewesen sei, beantwortete er mit der Bemerkung, dass das eine fast schon philosophische Frage sei, er sich aber an die Realitäten halten wolle. „Philosophisch“........
