Weimer ruiniert sein Amt
Kulturstaatsminister : Weimer ruiniert sein Amt
Der Kulturstaatsminister entzieht drei Buchhandlungen einen Jury-Preis – mit Verweis auf nebulöse „Erkenntnisse“. So werden Verfahren, Öffentlichkeit und Vertrauen beschädigt: nicht durch Debatte, sondern durch Intransparenz und Machtgesten.
Eines muss man dem Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, lassen: Er hat den deutschen Buchhandel mehr ins Gespräch gebracht als jeder seiner Vorgänger. Seit mehr als einer Woche wird unablässig über seine Entscheidung diskutiert, drei Buchhandlungen den ihnen von einer Jury zugesprochenen Deutschen Buchhandlungspreis wieder abzuerkennen, weil angeblich beim Verfassungsschutz etwas über sie vorliegt.
Was über sie vorliegt, ist bislang unbekannt. Mal hieß es, der Staatsminister wisse es gar nicht. Mal hieß es, er habe sich nicht einmal danach erkundigt. Geheimdienste gehören zwar zum öffentlichen Dienst, aber irgendwie doch nicht. Wenn die Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag für Kultur und Medien Weimer beispringt, Verfassungsfeinde würden selbstverständlich nicht mit Steuermitteln gefördert, scheint sie mehr zu wissen, ohne mehr wissen zu können. Manchen reicht schon aus, dass es sich bei den Buchhandlungen in Berlin, Bremen und Göttingen um linke Buchläden handelt, um das........
