Die traurige Lage der SPD
5,5 Prozent in BaWü : Die traurige Lage der SPD
Vorwärts zur Nostalgie: Tradition hat die SPD reichlich – Stimmen immer weniger. In Baden-Württemberg wird sichtbar, wie sehr der Partei Arbeiter wie urbane Milieus entgleiten.
Sobald das Wort „Sozialdemokratie“ fällt, ist das Wort „Tradition“ nicht weit. Sozialdemokraten sind stolz auf ihre, die älteste Partei, sie pflegen die Erinnerung an Friedrich Ebert, Willy Brandt, Helmut Schmidt und solche Monumente, nennen einander „Genossen“, singen Lieder aus der Arbeiterbewegung. Inzwischen trägt dieser Stolz deutlich nostalgische Züge.
Das Abschneiden der Sozialdemokraten bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg war besonders kläglich. Stark waren sie dort nie. Innerhalb von zwanzig Jahren aber ist es der SPD gelungen, vier Fünftel ihrer einstigen Wähler zu verlieren und inzwischen die Fünfprozenthürde zu streifen. Nirgendwo anders steht sie so schlecht da. In Thüringen erreichte sie zuletzt 6,1 Prozent der Stimmen, in Bayern waren es 8,4 Prozent. Dort hat es sich wohl niemand je träumen lassen, einmal die Schlusslaterne an Genossen eines anderen westlichen Bundeslandes abgeben zu können.
Die wenigsten wollen ihre Stimme wegwerfen
Erstaunlich wirkt dieser Abstieg in einem Land mit ausgeprägter Industriearbeiterschaft und mit acht Universitätsstädten. Doch eben hierin liegt ein Schlüssel für den Niedergang der SPD. Eine........
