menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Der Preis der Scheinheiligkeit

31 6
23.02.2026

Politisierung der Berlinale : Der Preis der Scheinheiligkeit

Regisseure und Schauspielerinnen fordern von ihresgleichen politische Bekenntnisse zum Gaza-Konflikt. Damit zerstören sie die freie Rede über Film, Kunst und Politik.

Sie wollen nicht über die Hamas reden, nicht über die Hizbullah und auch nicht über Iran. Die Toten des 7. Oktobers sind ihnen nicht der Rede wert. Für sie war das Abschlachten Notwehr. Ein Blutbad an Unschuldigen? Dazu fällt ihnen seit dem 7. Oktober mit schlauem Gesicht und erhobenem Zeigefinger „Kontext“ ein. Das Urteil des Internationalen Strafgerichtshofs, ob im Gazastreifen seitens Israels ein Genozid versucht wurde, warten sie gar nicht erst ab. Für sie ist es schon gesprochen. Zwischen Kriegsverbrechen und dem Versuch, ein Volk auszulöschen, unterscheiden sie nicht.

Die Wahrheit über den Konflikt in Gaza liegt für sie nämlich auf der flachen Hand. Israel ist ein Staat, den sie auf der „From the river to the sea“-Landkarte nicht vermissen würden. Wenn jemand von „israelbezogenem Antisemitismus“ spricht, halten sie das trotz der islamistischen Wut auf diesen Staat, seine Bürger und Juden in aller Welt für eine Erfindung. Sie setzen Antisemitismus gern in Anführungszeichen, denn Antisemiten wollen sie natürlich unter keinen Umständen sein, weil sie sich darunter nur Rechtsradikale vorstellen können. Wir doch nicht.

Den Mitteilungen der Hamas glauben sie grundsätzlich alles

Das Geschehen in Gaza mit der Schoa zu vergleichen und vor allem Ähnlichkeiten festzustellen, fällt ihnen auch darum nicht schwer. Um den Verbrecher Netanjahu einzufangen, senken sie die historischen Schwellen. Nakba, Vertreibung, Holocaust, Massenmord, irgendwie das Gleiche. Wer sich dem nicht anschließt, leistet für sie Beihilfe zum Genozid. Der ist für sie........

© Frankfurter Allgemeine