menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Wenn Schwurbler die Politik vor sich her treiben

21 0
22.04.2026

Gestrandeter Wal : Wenn Schwurbler die Politik vor sich her treiben

Das erste Opfer des gefühligen Aktivismus ist der gestrandete Buckelwal. Aber auch das Vertrauen in Politik und Wissenschaft wird weiter untergraben.

Buckelwale sind riesige, scheue Tiere, die über Tausende Kilometer miteinander kommunizieren können. Was derzeit in der Wismarer Bucht geschieht, muss furchtbar für den dort gestrandeten Wal sein.

Motorboote umkreisen ihn, versuchen ihn in tieferes Wasser zu drängen. Menschen schmieren seinen verletzten Rücken mit Salbe ein, bedecken ihn mit Tüchern, spülen Sand unter ihm weg, versuchen ihn zu füttern. Es sind überwiegend Aktivisten und Influencer, die den Wal retten wollen. „Hope“ (Hoffnung) nennen sie ihn.

Der Umgang mit dem Wal ist von Inkompetenz und Selbstdarstellertum geprägt. Der Wal ist verletzt und krank, fünf Mal schon ist er gestrandet. Vermutlich tat er das gezielt, weil er geschwächt ist. Buckelwale gelten als hervorragende Navigatoren.

Zunächst handelten die Behörden vorbildlich

In Mecklenburg-Vorpommern handelten die zuständigen Behörden zunächst vorbildlich. Sie richteten einen Sperrkreis ein, nur noch Fachleute durften sich nähern, etwa jene des Meeresmuseums von Stralsund. Ein wissenschaftliches Gutachten wurde erstellt. Ergebnis: Ein Rettungsversuch würde mehr schaden als nutzen, das Tier ist zu krank und geschwächt, man muss es verenden lassen.

Doch plötzlich schwenkte der zuständige Umweltminister Till Backhaus (SPD) um. Einer privaten Initiative wurde........

© Frankfurter Allgemeine