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Britischer Gladiatorenkampf

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15.02.2026

Starmers Krise : Britischer Gladiatorenkampf

Der britische Premierminister hat Fehler gemacht und eingestanden. Das Publikum wirft ihm allerdings eher vor, dass er kein politischer Entertainer ist.

Vielleicht hat die britische Labour-Partei nach 14 quälenden Oppositionsjahren das Regieren einfach verlernt? Und wahrscheinlich war es ein Irrtum anzunehmen, aus dem kräftigen Wahlsieg des Sommers 2024 werde zwangsläufig eine kraftvolle Regierung hervorgehen.

Dass der britische Premierminister Keir Starmer und seine Kabinettsmannschaft mittlerweile in ungekannte demoskopische Tiefen abgestürzt sind, hat zwar vornehmlich andere Gründe. Sie reichen von handwerklichen Unzulänglichkeiten der Strategen in der Partei- und der Regierungszentrale bis hin zur Unsicherheit der Welt – deren Wackeligkeit die Briten durch ihren Austritt aus der Europäischen Union noch vergrößert haben. Die politische Unerfahrenheit Starmers ist auch ein Faktor. Aber auch eine neue politische Erwartungshaltung trägt zur aktuellen Unzufriedenheit bei.

Sir Keir, der sich seinen Ritterschlag nicht als Regierungschef verdiente, sondern ihn seiner Amtszeit als Generalstaatsanwalt verdankt, wollte dem Chaos, das seine konservativen Vorgänger – namentlich das Trio May, Johnson, Truss – hinterlassen hatten, eine biedere Normalität........

© Frankfurter Allgemeine