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Alte Sünden werfen lange Schatten

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16.03.2026

Commerzbank-Übernahme : Alte Sünden werfen lange Schatten

Die italienische Großbank Unicredit bietet für die Commerzbank. Schnell werden nun Politiker und Wirtschaftsvertreter dem Frankfurter Finanzhaus beispringen. In einer Marktwirtschaft ist jedoch klar, wer entscheidet.

Die Unicredit schreitet mit ihrem Versuch, die Commerzbank unter ihre Kontrolle zu bekommen, konsequent, aber ohne Hektik voran. Mit dem aktuellen Übernahmeangebot werden sich, auch wenn es nicht zu einer Komplettübernahme führen dürfte, rasch vermeintliche Sachwalter eines Interesses Deutschlands, der deutschen Wirtschaft oder des Finanzplatzes Frankfurt an einer unabhängigen Commerzbank melden. In einer Marktwirtschaft gehört eine private Aktiengesellschaft jedoch nicht externen, meist selbst ernannten Sachwaltern, sondern ihren Aktionären.

Die Marktwirtschaft als eine wesentliche Grundlage des wirtschaftlichen Erfolgs Deutschlands nach dem Jahr 1949 darf kein Restant sein, der zwar in gelegentlichen Reden oder Leitartikeln beschworen, aber sofort ignoriert wird, wenn es unangenehm zu werden scheint. Vollends unglaubwürdig erscheinen vermeintlich überzeugte Europäer, die eine Übernahme einer italienischen Fluglinie durch die Lufthansa als Beleg einer notwendigen Konsolidierung in........

© Frankfurter Allgemeine