Auch nach Trumps Einlenken keine Entwarnung für Europa
Trumps Kehrtwende im Streit um Grönland ist Druck aus seinem eigenen Lager und dem Widerstand der Verbündeten zu verdanken. Doch entspannt zurücklehnen können die Europäer sich nicht.
Im Streit um das „Stück Eis“ hat Donald Trump eine Wende hingelegt, mit der er sich selbst übertraf. Der Erklärung, auf die Anwendung von militärischer Gewalt zur Erlangung Grönlands verzichten zu wollen, ließ er die Nachricht folgen, auch die Strafzölle gegen die Verbündeten vom Tisch zu nehmen. Kaum dass er vor aller Welt noch einmal wortreich begründet hatte, warum Amerika Grönland besitzen müsse, gab er auch diese Forderung auf. Nun will er sich mit einem „Deal“ begnügen, der den USA Rechte auf Grönland zugesteht, die sie schon hatten. Auch um die Verbündeten zu einem größeren Engagement in der Arktis zu bewegen, hätte Trump nicht die schwerste Krise in der Geschichte der NATO provozieren müssen.
War es die klare Bergluft in den Schweizer Bergen, die Trump dazu brachte, seinen Kollisionskurs zu ändern? Eine größere Rolle dürfte gespielt haben, dass auch in seiner eigenen Administration und in den Reihen der Republikaner im Kongress die Stimmen lauter wurden, die vor den gravierenden politischen und auch schon erkennbaren wirtschaftlichen Folgen warnten, die nicht im Interesse Amerikas seien. Diese Erkenntnis wiederum hätte sich in Washington kaum so schnell........
