menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Auch ein anderer Kanzler hätte kein anderes Volk

58 0
09.09.2026

Debatte im Bundestag : Auch ein anderer Kanzler hätte kein anderes Volk

Von der neuen Erzählung, die Merz angekündigt hatte, war bei der Generaldebatte im Bundestag noch nicht viel zu hören. Braucht es dafür einen Wechsel im Kanzleramt?

Man kann nicht sagen, dass es der Generaldebatte im Bundestag an Emotionalität gefehlt hätte. Die AfD-Chefin Weidel befand sich auch am dritten Tag nach dem Triumph ihrer Partei in Sachsen-Anhalt noch im Siegesrausch. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Dröge offenbarte geradezu Mitleid mit dem Bundeskanzler, dem sie seine Erschütterung über den Wahlerfolg der AfD abnehme, weil sie wisse, wie furchtbar er diese finde.

Daran ließ auch Merz selbst keinen Zweifel, als er der AfD vorwarf, die von ihr angestrebte „Remigration“ sei ein Synonym für „ethnische Säuberung nach Herkunft und Hautfarbe“. Ethnische Säuberung, wie auf dem Balkan? Da gingen, bei aller berechtigten Kritik an den völkischen Vorstellungen der AfD, auch mit Merz die Pferde durch.

F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen

An vielen Stellen seiner Rede merkte man dem Kanzler an, wie sehr ihm das Wahldebakel in den Knochen steckt. Und wie klar ihm ist, dass seine Regierung und er selbst eine gehörige Mitverantwortung dafür tragen. Das hatte er auch schon am Wahlabend zugegeben. Von der „neuen Erzählung“ und dem „besseren Überbau“, den es in der Tat braucht, um die Deutschen für die notwendigen Reformen zu gewinnen, war am Mittwoch aber noch wenig zu........

© Frankfurter Allgemeine