So bleiben wir krank
Reform der Krankschreibung : So bleiben wir krank
Die Bundesregierung will es Blaumachern schwerer machen. Das Nachsehen haben alle anderen.
Schon morgens beim Aufstehen können die Deutschen entscheiden, ob es mit diesem Land endlich wieder vorangeht. Da sitzen die Leute, starren ins Leere und stellen sich die alles entscheidende Frage: Gehe ich heute zur Arbeit – oder lege ich mich gemütlich wieder hin? So zumindest malt sich Friedrich Merz den Tagesbeginn in Millionen Schlafzimmern offenbar aus. Unternehmer klagen über hohe Krankenstände – und immer ist da der Verdacht: Die Leute wollen weniger arbeiten, sie machen jetzt mehr blau.
Zu diesem Eindruck trägt ein statistischer Irrtum bei. Die AOK meldet, ihre Versicherten seien im Jahr 2025 durchschnittlich 23,3 Tage krank gewesen – 3,6 Tage mehr als im Jahr 2021. Allerdings müssen die Ärzte seit 2022 ihre Krankschreibungen elektronisch weitergeben. Der gelbe Zettel, der bei kürzeren Krankheiten oft einfach liegen blieb, den gibt es nicht mehr – und die Krankheitstage werden jetzt vollständiger erfasst.
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So wird munter zusammengemischt, was nicht zusammengehört. Die einen reden vom Blaumachen. Die anderen sagen: Seit der Pandemie bleiben Menschen mit Infekten........
