Mit einer einzigen Wahl ist das System Orbán kaum zu schlagen
Parlamentswahl in Ungarn : Mit einer einzigen Wahl ist das System Orbán kaum zu schlagen
Die Umfragen sehen die Opposition in Ungarn vorn. Sollte Viktor Orbán am Sonntag tatsächlich abgewählt werden, bedeutete das aber noch lange nicht das Ende seiner Macht.
Es sieht schlecht aus für den dienstältesten Regierungschef der Europäischen Union. Vor der ungarischen Parlamentswahl an diesem Sonntag sehen zumindest die regierungsfernen Umfrageinstitute die Opposition von Tisza-Chef Péter Magyar klar in Führung. Nach 16 Jahren könnte die schier übermächtige Herrschaft Viktor Orbáns zu Ende gehen.
Doch in der Opposition weiß man, dass sich niemand zu früh freuen sollte. Das liegt auch am Wahlrecht, das Orbáns Fidesz sich mit seiner Zweidrittelmehrheit auf den Leib geschneidert hat. 106 der 199 Parlamentssitze werden als Direktmandate vergeben, und in den Wahlkreisen reicht eine einfache Mehrheit. Die sind so zugeschnitten, dass die ländlichen Hochburgen des Fidesz weitaus mehr Gewicht bekommen als die liberal geprägten Städte.
Gewinnt Orbán in seinem Hinterland viele Direktmandate, ist es deshalb durchaus möglich, dass er seine Mehrheit der Sitze verteidigt, ohne eine Mehrheit der Stimmen gewinnen zu müssen. Sichere demoskopische Vorhersagen sind in diesem kleinteiligen System kaum möglich.
Orbán hat die Schaltstellen der Macht mit Loyalisten besetzt
Und selbst wenn........
