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Babler und die SPÖ: Solidarität mit sich selbst, nicht mit den Iranern

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07.03.2026

Viele Gastdelegierte, um die Stimmung zu heben. Ein Wiener Bürgermeister, der in seiner Rede Solidarität für Partei und Parteichef beschwor. Und ein Parteichef selbst, der sich schon zu Beginn des Parteitags unter die Genossen mischte. Und am Anfang seiner kämpferischen, lautstarken Rede gleich in die alte linkspazifistische Rhetorik verfiel, hinter der er offenbar eine Mehrheit in der Sozialdemokratie, zumindest im Saal vermutet. Zusammengefasst: Erst kommt das unantastbare Völkerrecht (auch wenn es Diktaturen stützt), dann erst die Hoffnung auf einen Regime Change. Solidarität mit den Iranern und Iranerinnen, die um Freiheit und Demokratie ringen, sieht anders aus.

Es war also alles angerichtet für einen Parteitag, von dem ein Signal der Geschlossenheit ausgehen sollte. Kein Murren war zu hören, nur Lob für die Performance der SPÖ in der Regierung, vor allem dafür, dass sie sich das überhaupt angetan habe, denn zu gewinnen gäbe es wenig. Aber man habe es getan aus einem Grund, Herbert Kickl als Kanzler verhindert zu haben. Zwischendurch packte Babler auch seine Englischkenntnisse aus, um das den internationalen Zuhörern von Budapest bis Washington näher zu bringen.

Kluft zwischen Stadt und Land

So weit die Erzählung der SPÖ-Führung. Vielen Genossen, vor allem in den Bundesländern, war und ist das aber zu wenig. So groß war die Kluft zwischen Stadt und Land in der SPÖ vermutlich noch nie. In der Vergangenheit war es meist dem Bundesparteivorsitzenden und dessen anerkannter Autorität gelungen, diesen zu überwinden oder zumindest zu übertünchen. Das war bei Andreas Babler bisher nicht der Fall.

Ob der Parteitag am Samstag das eventuell geändert hat, wird man bei der Bekanntgabe des Wahlergebnisses für Andreas Babler am Nachmittag wissen. Um den Kritikern ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen, räumte er in seiner Rede schon einmal ein, selbst nicht fehlerfrei gewesen zu sein. So mancher Genosse in der Messe Wien gab sich bescheiden: Alles über dem Ergebnis von Pamela Rendi-Wagner von 2021 sei ein Erfolg. Sie hatte damals 75 Prozent.

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