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Wer Europas Sozialmodell liebt, muss es radikal umbauen

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15.07.2026

Was dem Österreicher und Deutschen die „wohlerworbenen Rechte“, sind dem Italiener die „diritti acquisiti“, dem Spanier die „derechos adquiridos“, und dem Franzosen die „acquis sociaux“. In seiner Sprachenvielfalt ist damit das gemeint, was man auf das „europäische Sozialmodell“ konzentrieren kann. „In manchen Systemen werden die Grenzen des Staates als historisch erworbene und gleichsam unangreifbare Ansprüche gefasst“, hält der Internationale Währungsfonds (IWF) in einem vorgestern veröffentlichten Papier fest.

Man könnte auch „heilige Kühe“ dazu sagen. Denen droht, wenn sich nicht grundlegend etwas in der Haushaltspolitik der meisten europäischen Staaten ändert, der Gang zum Schlachthof. Besagtes Papier spielt das Gedankenexperiment durch, was wohl mit den Staatsschulden in Europa passieren würde, wenn nichts passiert, sprich: wenn die jährlichen Haushaltsdefizite nicht forsch eingehegt werden.

Ergebnis: eine ziemlich überwältigende Schuldenexplosion. „Die Schulden werden auf einem nicht nachhaltigen Pfad sein“, warnt der IWF. Bei unveränderter Politik wird die durchschnittliche Schuldenquote der europäischen Länder im Jahr 2040 130 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung betragen – und somit doppelt so hoch sein wie heute.

Eine Verdopplung der Schuldenlast in nicht einmal 15........

© Die Presse