Psychische und psychiatrische Erkrankungen: Das unterversorgte Land
Der Suizid eines psychisch kranken Mannes in der Justizanstalt Josefstadt und die Tötung einer 61-jährigen Frau durch ihren an paranoider Schizophrenie erkrankten Ehemann: Sie sind nur zwei von unzähligen Symptomen einer Versorgungskrise in der Psychiatrie, die sehenden Auges entstanden ist und deren weitreichende Folgen zunehmend deutlicher sichtbar werden. Um die schon seit Jahren prekäre Situation zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die jüngste Entwicklung der Regelpsychiatrie in Österreich, die letztlich zu jenem Phänomen geführt hat, das als „Drehtürpsychiatrie“ bezeichnet wird. Patienten werden also nach einer kurzen, unzureichenden Behandlung im Spital rasch entlassen und müssen – weil es auch im niedergelassenen Bereich keine ausreichenden Kapazitäten mehr gibt – häufig schon in den Tagen darauf mit denselben oder neuen Beschwerden wieder aufgenommen werden.
Zur Veranschaulichung:........
