Plötzlich keine Allergie mehr
Es gibt da diese Szene in dem Film „Fearless – Jenseits der Angst“ aus dem Jahr 1993. Architekt Max (Jeff Bridges) überlebt einen Flugzeugabsturz nahezu unverletzt und fühlt sich fortan unverwundbar. Irgendwie ist er das auch. Denn wie er schon bald feststellt, ist seine schwere Allergie gegen Erdbeeren, die ihn sein ganzes Leben lang begleitete, plötzlich verschwunden.
Wie weitreichend muss die Auswirkung eines Ereignisses sein, um eine physiologische Unverträglichkeit außer Kraft zu setzen? Welche fundamentalen Veränderungen in Körper und Geist sind dafür notwendig? Ist so etwas überhaupt denkbar?
Als ich den Film damals sah, war ich jedenfalls sehr angetan von der Geschichte dieses Mannes. Aus irgendeinem Grund konnte ich mich mit ihm identifizieren. Fast 30 Jahre später – den Film hatte ich längst vergessen – ist mir etwas ganz Ähnliches passiert. Etwas, das mich nicht nur erschütterte, sondern mich auch dazu brachte, mein bisheriges Leben von Grund auf infrage zu stellen. Ich will wirklich nicht übertreiben, aber ich behaupte jetzt einmal, dass ein Flugzeugabsturz keinen größeren Impact auf mich gehabt hätte als dieses Ereignis.
Warum ich den Mund so voll nehme? Nun, bis dahin litt ich unter einem chronischem Leiden, das mich in vielerlei Hinsicht beeinträchtigt und meine Lebensqualität eingeschränkt hat. Wie die meisten Betroffenen hatte ich mich damit arrangiert und Strategien entwickelt, um die Beschwerden im Zaum zu halten. Dann kam es zur besagten Katastrophe. An die Monate danach habe ich keinerlei Erinnerung. Ein blinder Fleck in meiner Biografie.
In dieser Phase war ich derart abwesend – ich bekam nicht einmal mit, dass mein chronisches Leiden verschwunden ist. Schlagartig und endgültig. Darüber herrscht mittlerweile Gewissheit. Eine schlüssige medizinische Erklärung dafür gibt es nicht – allenfalls Vermutungen und Annahmen. Ist auch nicht so wichtig. Zwischen Himmel und Erde gibt es nun einmal Dinge, die wir nie verstehen werden.
Meine ganz persönliche These als jemand, der an Karma glaubt: An jenem Tag im Dezember wurde mir eine Sache genommen – und dafür eine andere gegeben. Hätte mich damals jemand gefragt, ob ich mit diesem Tausch einverstanden bin, hätte ich voller Überzeugung verneint. Heute aber bin ich glücklich darüber, dass mir die Entscheidung abgenommen wurde. Das Schicksal weiß schon, was es tut.
Es tut nicht mehr weh
Ohne Liebe geht es einfach nicht
Ich hoffe, meine Träume ruhen in Frieden
Gibt es jemand anderen?
„Tatsächlich... Liebe“
Der Fehler in meinen Sternen
Das Platzen aller Träume
Der letzte schöne Herbsttag
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