Ächtung Baby! – von Aufklärern und Scharlatanen
Von Hollywood nach Tinseltown, so in etwa fühlen sich die letzten Tage an. Einfach nur über Musik schreiben, wenn Saxon Einfalt marschiert und niemand ihnen Einhalt gebietet? Geht ja auch nicht. Vorhang auf für eine musikalische Kolumne über Einheit zwischen Wort und Tat, Glaubwürdigkeit und Scharlatanerie in der politischen Aufklärung.
Schlussendlich sind dann auch die Vampire verschwunden. Mit jedem neuen Tag. Doch das, was sie beschworen haben, es bleibt. Die Lebenden bleiben.
Schlussendlich sind dann auch die Vampire verschwunden. Mit jedem neuen Tag. Doch das, was sie beschworen haben, es bleibt. Die Lebenden bleiben.
So endete die letzte Kolumne. Der Plan: Diesen Faden thematisch aufnehmen und einfach mal Lebendiges mit Gevatter Tod mischen. Vielleicht mal Talk Talk – 40 Jahre „Colour of Spring“ oder Nick Caves „Murder Ballads“ als Meilensteine? Denn eigentlich möchte ich mitunter nur über Musik schreiben.
Der Plan? Am Arsch, ihr wisst doch über die vielbeschworenen Lachkrämpfe der Götter, sobald Menschen Pläne machen.
Denn – wie sollte es anders sein – stoppt doch weder um euch noch um Zizino und mich der von außen angreifende Wahnsinn des Alltags. Jener Irrsinn, der uns allen urplötzlich als Begegnung der dritten Art vorkommt. Sei es in Freundschaft, Bekanntschaft, Kollegenkreis, Marktplatz, U-Bahn, S-Bahn, S-Bahn-Treppen, Bushaltestelle etc. Erst verborgen getarnt, dann Attacke.
Hinterher schaut man sich dann an und fragt sich: „Wow, mein Süßes, ist das wirklich gerade passiert? Gut dass wir nicht allein unterwegs waren. Das hätte einem ja keiner geglaubt. Man selbst auch nicht.“
Dazu leider super passend: Alice Coopers „Steven“. Hier gibt es hier das volle Soziopathenprogramm. Nichts ist so trostlos wie ein stillgelegt vor sich hin rostender Jahrmarkt. Und jener in Stevens Kopf hat schon lange dicht gemacht.
Und dazu nun diese Wahl des populistischen wie extremistischen Grauens. Dazu erstmal folgende Ansage, sollte klar sein:
Hier die einen Wähler, die qua Identität zwar gern als Erwachsene Rächer der Enterbten wahrgenommen werden wollen – so kognitiv dissonant, wie jene Türken, die zwar in Deutschland gern die Freiheit leben, aber der Familie at Home Erdolf per Briefwahl einbrocken & dort jene Leuchten des Westens, die bei jeder Beziehungskrise sofort wieder „die Mauer hochziehen, wa!“.
Dazwischen: Alle coolen Leute des Ostens, viel eher sympathisch, demokratisch-empathisch als diese verbittert-destruktiven Egoshooter.
Genau jene werden jetzt mithin von beiden Klappskalli-Seiten – vor allem sozialmedial – marginalisiert.
Nicht gut. Kein verdammtes bisschen. Ihnen allen widme ich diese zugegeben etwas umständliche Kolumne.
Für euch erstmal Ein Song aus Ostdeutschland: keine Spaltung keine Entsolidarisierung keine Mitläufer
Tja, anstrengende Zeiten. No fukkin‘ Break? For Nobody?
Na gut, dann lasst uns aus derlei Irritationen doch mal etwas Positives machen.
Nur was? Keine Ahnung.
Spurenelemente einer leisen Ahnung habe ich jedoch womöglich davon, dass das gesamte Problem des Populismus/Extremismus und der herausfordernde Umgang damit für Profis in Politik wie Politjournaille eigentlich längst hätte praktisch erklärend eingetütet werden müssen für uns alle.
Wie ich darauf komme?
Bereits vor etlichen Jahren äußerten sich namhafte Musiker links wie rechts mir gegenüber zu dem Thema.
Zum einen Alec Empire von Atari Teenage Riot im September 2011 anhand der London Riots:
Alec: Ich glaube fest daran, dass, wer sich auseinandersetzt, ganz anders vorbereitet ist und ganz anders nachdenkt. Das sieht man jetzt doch bei den Riots in London. Wer........
