Persönliche Assistenz 2: Was ist das?
In einer der ersten Fortbildungen meiner Assistenztätigkeit war zur Erklärung immer von der rechten Hand und dem linken Fuß die Rede, die man in Persona ersetzen würde. Kein besonders gutes Bild, wie ich finde. Sicher, es gibt typische Tätigkeiten innerhalb der Assistenz. Das Essen angeben z. B. oder die Füße bewegen und damit einen immobilen Menschen von der einen in die andere Position befördern. Letztendlich geht es aber mehr um Hilfe als um Ersatz.
Verinnerlicht man dies, wird ein Grundmissverständnis bei der Assistenztätigkeit deutlich. Menschen mit Behinderung und Assistenzbedarf haben extrem unterschiedliche motorische Fähigkeiten. Von fast kompletter Immobilität bis dahin, dass nur eine leicht begleitende Unterstützung benötigt wird, ist alles vorhanden. Insofern macht es für mich sehr viel Sinn, von Hilfe zu sprechen. Dabei ist es immer der geistige Wille der Person mit Assistenzbedarf, der am Ende zu einer Bewegung führt, die assistierend begleitet wird.
Wenn meine Assistenznehmerin z. B. einen Vorgang bereits auf den Weg gebracht hat und dieser letztlich nur noch einer Vollendung bedarf, fällt der unterhaltsam klingende Satz: „Könntest du bitte assistierend tätig werden!“ Und das ist übrigens ein viel besseres Gefühl, letztlich nur so weit unterstützend aktiv zu sein, wie nötig, anstatt für........
