Fußballtrikots zwischen Camouflage und Ranglisten
Grafik Matthias von Schramm
Vor jeder Ligarunde erscheinen sie wieder im neuen Gewand. Die Saisontrikots der Vereine. Zunächst als Leaks, dann in den jeweiligen Fanshops und letztlich in ausladenden Besprechungsformaten des Kritikervolkes.
Trikots, insbesondere der Fußballvereine der höheren Ligen, sorgen vor jeder Saison für zum Zerreißen gespannte Nerven der Fans. Jede Spielzeit ein neuer Satz. Heimtrikots, Auswärts- und Pokaljerseys sowie alle möglichen Sondertrikots. Der Wiedererkennungswert der Originalfarben wird jedes Mal auf die Probe gestellt. Alles wird stilisiert bis zur Unkenntlichkeit, von Herstellern wie Adidas, Puma und Nike, die beinahe jeder von uns aus der eigenen Jugend kennt. Aber auch Jako, New Balance, Castore, Mizuno oder Hummel. Also ein echtes Modegebiet, in dem sich der klassische Fußballfan im Grunde genommen so gar nicht auskennt.
Hier wurde aber als nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor eine Parallelwelt erschaffen. Beim Erwerb liegen die sog. Replica-Versionen für den geneigten Trikot-Fan mit Check24-Geschmack zwischen ca. 80 und 100 Euro. Für einen Authentic-Fetzen (so einen, den die Spieler tragen) muss man dann noch einiges drauflegen. Namens- und Nummern-Flocks bzw. die Möglichkeit, Kalendersprüche hinzuzufügen, die man in Glückskeksen gefunden hat, sorgen dann noch für eine Extra-Gebühr. Es ist ein Markt für die zwölfte Person.
Der Mensch trägt es zu allen Anlässen. Ausgehend von der........
