Der Vormittag
Nachdem der Tag schon lange erwacht ist, beginnt meine Zeit der inneren Einkehr. Dann setze ich mich an meinen Schreibtisch und betrachte ihn zunächst sehr leise. Ich mag Vormittage.
Beruflich bedingt arbeiten meine KollegInnen und ich in Früh-, Spät- und Nachtschichten. Ich habe seit geraumer Zeit das Privileg, meine Dienste erst am Nachmittag beginnen zu dürfen. Am Vormittag geht es also um meine private Einkehr. Durchschnittlich schäle ich mich zwischen neun und elf Uhr aus dem Bett. Der erste Blick erfolgt auf die Wetter-App, der zweite dann auf den Regenradar in weiser Voraussicht auf spätere Bekleidungsentscheidungen. Früher habe ich Frösche angerufen und auf die Uhr geschaut, wann im Fernsehen die nächste Wetterkarte gezeigt wird.
Sehr viel früher war ich mit dem Fahrrad zur Schule unterwegs und habe interessiert Wolkenformationen nachgesehen. Temperaturen waren mir egal. Wichtig war nur, dass dieser Schultag schnell genug vorbeiging.
Denn heute weiß ich: Es gibt Besseres, mit Vormittagen anzufangen, anstatt sie in der Schule verbringen zu müssen. An diesen Vormittagen fließt mir manchmal geträumter Blödsinn aus........
