Die vorläufige Bescheinigung meiner selbst
Es gibt Formulare für fast alles: Wohnsitz, Einkommen, Versicherungen, Rechnungen. Es gibt sogar ein Formular für den Nachweis, dass man wirklich existiert – zumindest verwaltungstechnisch, wie ich kürzlich erfahren habe. Für das innere Dasein allerdings stellt keine Behörde ein Dokument aus. Cogito, ergo sum ist schön, aber nicht physisch greifbar. Also schreibe ich mir selbst eine Art Existenzbescheinigung, um nicht wie Schrödingers Katze in der Luft zu hängen. Mit jedem Satz bestätige ich mir für einen Augenblick: Ich bin noch vorhanden.
Mein Schreiben ist auch der Versuch, mit jemandem zu sprechen, der nicht da ist. Ich habe lange geglaubt, man müsse nur gründlich genug suchen, dann finde sich dieser Mensch, dem man alles sagen kann. Inzwischen halte ich mich an die weniger romantische Variante: Wahrscheinlich........
