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Die Kamera aus. Erschießungskommando bleibt.

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17.10.2026

Wie Donald Trump eine öffentliche Hinrichtung stoppt, ohne die Hinrichtung zu stoppen

Wie Donald Trump eine öffentliche Hinrichtung stoppt, ohne die Hinrichtung zu stoppen

Ein bisschen Anstand für die Primetime

Es gibt ständig Momente, in denen die amerikanische Politik unfreiwillig zur Satire wird. Pete Hegseth kann den üblichen Wahnsinn och toppen.

Der US-Verteidigungsminister hatte offenbar die Vorstellung, die Hinrichtung eines verurteilten Mörders könne nicht nur der Vollstreckung eines Gerichtsurteils dienen, sondern gleich auch noch als öffentliches Lehrstück über die Konsequenzen von Verbrechen. Eine Kamera dazu, ein Millionenpublikum davor, fertig wäre die staatliche Abschreckungsshow. Immerhin sollte das nicht im Pay-TV erscheinen, sondern für lau.

Donald Trump hat dem Vorhaben nun einen Riegel vorgeschoben. Die öffentliche Übertragung soll nicht stattfinden. Man könnte also aufatmen, dass wenigstens den Fernsehzuschauern der Anblick eines Menschen erspart bleibt, der vor laufenden Kameras erschossen wird. Allerdings wäre es voreilig, daraus eine plötzliche Wiederentdeckung der Menschenwürde im Weißen Haus abzuleiten. Denn die geplante Hinrichtung selbst steht damit nicht zur Disposition. Abgeschaltet wird die Kamera, nicht das Erschießungskommando So sieht es jedenfalls im Moment aus. Mag ja sein, dass Trump nur die kostenlose Ausstrahlung verhindern will.Die Regierung verzichtet Also zunächst auf das öffentliche Spektakel, nicht auf den Tod.

Der Mörder im Rollstuhl

Im Mittelpunkt des Dramas steht Nidal Hasan, ein ehemaliger Militärpsychiater, der 2009 auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood 13 Menschen erschoss und 32 weitere verletzte. Für die Tat wurde er zum Tode verurteilt. Seit seiner Festnahme sitzt er gelähmt im Rollstuhl.

Es gibt an seinem Verbrechen nichts zu verharmlosen. Die Opfer sind keine Randnotiz, ihre Angehörigen haben jedes Recht, Gerechtigkeit zu verlangen. Die Schwere der Tat muss aber gar nicht kleingeredet werden, um die staatliche Reaktion kritisch zu betrachten.

Gerade deshalb sollte man zwei Fragen auseinanderhalten: Welche Strafe ist rechtlich vorgesehen? Und was gewinnt ein Staat dadurch, dass er ihre Vollstreckung zum öffentlichen........

© Die Kolumnisten