Bußgeldrecht 2026
Mehr Zeit für den Staat
Es gibt Gesetzesänderungen, die sorgen für Schlagzeilen. Höhere Bußgelder, neue Punkte in Flensburg oder strengere Fahrverbote lassen die Herzen der Autofahrer regelmäßig schneller schlagen – allerdings selten vor Freude. Und dann gibt es Reformen, die beinahe geräuschlos daherkommen. Keine dramatischen Pressemitteilungen, keine hitzigen Talkshows, keine Warn-App auf dem Smartphone. Dabei können gerade diese Änderungen im Alltag eine größere Rolle spielen, als man zunächst vermutet.
So verhält es sich mit der Neuregelung, die am 1. Juli 2026 in Kraft tritt. Der Bußgeldkatalog wird dadurch nicht verschärft, kein einziges Verwarnungsgeld erhöht und auch in Flensburg werden keine zusätzlichen Punkte verteilt. Stattdessen erhält der Staat etwas, das ihm bislang gelegentlich fehlte: mehr Zeit. Künftig beträgt die Verfolgungsverjährung bei Verkehrsordnungswidrigkeiten grundsätzlich sechs statt drei Monate – sofern die Frist nicht ohnehin durch gesetzlich vorgesehene Maßnahmen unterbrochen........
