Versammelte Orientierungslosigkeit
Sachsen-Anhalt hat gewählt. Und wir sehen, längst hat die Debattenkultur das Faktische verlassen. Statt sich konsequent und unbeirrt auf die notwendigen Reformvorhaben zu konzentrieren, erstarren die Regierungsparteien wie das Kaninchen vor der Schlange. Der blaue Elefant im Raum bestimmt die Diskussion und sorgt dafür, dass das Lamento um konstruierte Wahrheiten und Lügengeschichten stärker ins Gewicht fällt, als die Umsetzung konkreter Maßnahmen. Parteien drehen sich um ihre eigenen Befindlichkeiten oder rennen der AfD hinterher. Selbst innerhalb von Familien findet Spaltung statt, fehlt es an Wertschätzung. Diese irrationale Kulisse bildet den Hintergrund für die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.
Eine Kolumne von Georg Stamelos
Spot on für zwei Bundesländer, deren Anteil an der bundesdeutschen Wahlbevölkerung eher gering ist. Die Herausforderungen auf die die Menschen dort Lösungen von der Politik erwarten weichen nicht groß von denen aus anderen Bundesländern ab: Arbeitsplatzsicherheit, Fachkräftebedarf, Kitaplätze, Gesundheitsversorgung, Wohnraum und Infrastruktur…
Sachsen-Anhalt: 2,87 % der bundesweiten Wahlbevölkerung, 1,73 Mio. Wahlberechtigte bei Bundestagswahl 2025
Mecklenburg-Vorpommern: 2,14 Prozent der bundesweiten Wahlbevölkerung, rund 1,3 Mio. Wahlberechtigte bei Bundestagswahl 2025
Wissenschaft kann helfen, eine einigermaßen gute Situationsbeschreibung der drängenden Fragen anzubieten und politischen wie behördlichen Entscheidern eine realitätsbezogene Grundlage zu ermöglichen. Darauf müssen normative Entscheidungen des Staates fußen, um das Vertrauen in einen gemeinsam geteilten Wirklichkeitsraum zu gewinnen. Doch dieser ergebnisorientierte Lösungspfad scheint immer schmaler zu werden. Die Themensetzung hat sich endsachlicht, stützt sich auf Populismus und empfundene........
